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Katers Welt

Sonderkolumne der Deka

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Sonderkolumne der Deka

In seiner wöchentlichen Kolumne gibt Dr. Ulrich Kater, Chef­volks­wirt der Deka­Bank - dem Wert­papier­haus der Sparkassen - seine Einschätzung zu aktuellen Themen.

Deka-Kolumne

Deka-Kolumne  von Dr. Ulrich Kater

16.08.2019 - Missmutige Börsen

Die Stimmung an der Börse warschlecht, der Deutsche Aktienindex DAX gab spürbar nach. Hierzulande wurden Rezessionssorgen genährt, nachdem das Statistische Bundesamt einen marginalen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal um 0,1 Prozent bekannt gegeben hatte. Alles in allem konnten sich die Aktienmärkte aber besser behaupten, als es hätte laufen können. Denn zu den bekannten Risiken Handelsstreit und Brexit droht auch noch Ungemach in Argentinien. Hinzu kommt, dass Neuwahlen in Italien vor der Tür stehen. Die Notenbanken sollen es richten und mit Zinssenkungen den Aktienmärkten Halt geben. Dies hat indes immense Auswirkungen an den Staatsanleihenmärkten: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt bei minus 0,7 Prozent und tut nicht nur bei genauerer Betrachtung in den Augen weh. Der Preis für Sicherheit ist damit auf Rekordhoch. Dass die hundertjährige österreichische Staatsanleihe bei gerade einmal 0,6 Prozent rentiert, ist ein kaum fassbarer Hingucker.

Bunter Informationsstrauß

Ein bunter Strauß von Informationen wird in der anstehenden Woche für die Finanzmärkte zu verarbeiten sein. Am Dienstag könnte es in Italien zum Misstrauensantrag gegen die Regierungskoalition kommen. Das würde den Boden für erfolgreiche Neuwahlen im Sinne des rechtspopulistischen Lega-Chefs Salvini bereiten. Die Einkaufsmanagerindizes geben am Donnerstag Aufschluss über die konjunkturellen Bremsspuren der geopolitischen Risiken. Ab Donnerstag blicken die Marktteilnehmer zum jährlichen Treffen von Notenbankern in Jackson Hole in die USA. Dort werden Herausforderungen und Vorgehensweisen für die Geldpolitik diskutiert.

09.08.2019 - Pause in der Abwärtsbewegung

Bis in die zweite Juli-Hälfte hinein überwog der positive Einfluss der Geldpolitik mit ihren immer niedrigeren Zinsen auf die Aktienmärkte. Nun brechen sich mit den Ängsten um die Konjunktur die negativen Einflüsse Bahn. Die deutsche Konjunktur könnte noch in diesem Jahr eine leichte Rezession erleben, die europäische Wirtschaft läuft ebenfalls schwächer als erwartet. Dahinter steckt die verbreitete Verunsicherung über die Zukunft des Welthandels, was auch den Rückgang der Aktienkurse in den vergangenen Wochen erklärt. Selbst wenn sich die Kurse zum Ende dieser Woche wieder etwas stabilisierten, wird die Verunsicherung auch die kommende Zeit bestimmen. Spiegelbildlich stiegen die Anleihekurse in ungeahnte Höhen. Das bedeutet, dass Marktteilnehmer mit noch niedrigeren Notenbankzinsen rechnen – und dies für einen langen Zeitraum.
Deutsche Konjunkturzahlen im MiIttelpunkt
Die trübe Verfassung der deutschen Konjunktur wird in der kommenden Woche durch die Veröffentlichung einer rückläufigen BIP-Entwicklung im zweiten Quartal untermauert werden. Die Stunde der Wahrheit schlägt dann in drei Monaten. Sollte dann auch noch das dritte Quartal negativ ausfallen, ist die deutsche Wirtschaft in eine Rezession gerutscht. Hinweise auf die konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten gibt die ZEW-Konjunkturumfrage. Alles andere als ein weiterer Rückgang wäre allerdings vor dem Hintergrund der tristen Lage in der Industrie eine Überraschung.

02.08.2019 - Zinsen sinken weiter

Nach der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich nun auch die US-Notenbank (Fed) in Richtung einer lockereren Geldpolitik bewegt. Im Gegensatz zur bloßen Ankündigung hat die Fed auch schon gehandelt und den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Die Fed schätzt zwar die Konjunktur in den USA als gar nicht so schlecht ein, sieht jedoch Gefahren der Abschwächung. Dem will sie mit einem frühen Zinsschritt entgegentreten. Die Aktienmärkte hatten bereits mit dieser Maßnahme gerechnet, jedoch fragen sich die Marktteilnehmer, wie stark denn angesichts von Handelsstreit und Problemen in der chinesischen Wirtschaft eine Eintrübung der US-Konjunktur ausfallen könnte. Auch in Europa wartet man auf bessere Konjunkturzahlen, bevor sich der Rückenwind der EZB für die Börse auch tatsächlich in höheren Kursen umsetzt. An den Anleihemärkten notieren mittlerweile fast alle deutschen Staatsanleihen zu negativen Renditen.
Abkühlung der Wirtschaft
Die kommenden Handelstage werden kaum von Konjunkturdaten beeinträchtigt. Am spannendsten sind noch die neuen Produktionszahlen aus Deutschland. Hier leiden die Unternehmen unter einem Rückgang der globalen Nachfrage nach Investitionsgütern. Zwar ist die Auslastung der Volkswirtschaft immer noch hoch, dies sagt allerdings mehr darüber aus, wie außerordentlich stark die weltweite Nachfrage in den vergangenen Jahren gewesen ist. Eine Abkühlung ist da eher als Normalisierung anzusehen. Je stärker jedoch die US-Regierung mit dem Zollschwert fuchtelt, desto schwieriger wird es für die Börsianer, Lichtblicke einer Stabilisierung zu finden.

26.07.2019 - Treibstoff für die Börse

Die Finanzmärkte schauten in der vergangenen Woche vor allem auf ein Ereignis: die Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB). Zwar wurden noch keine konkreten neuen Maßnahmen beschlossen, aber die Absichtserklärung der Notenbanker war unmissverständlich. Ab September ist mit weiteren Zinssenkungen und einer Wiederaufnahme der Anleihekäufe zu rechnen. Hintergrund sind die schwachen Konjunkturdaten, die gerade auch in Deutschland in den vergangenen Tagen mit einem leichteren ifo-Geschäftsklimaindex unterstrichen wurden. An den Aktienmärkten wurden die geldpolitischen Signale begrüßt, allerdings halten die besorgniserregenden Konjunkturdaten die Kurse noch in Schach. Wenn allerdings die konjunkturelle Schwächephase überwunden ist, werden sich die geldpolitischen Impulse als weiterer Treibstoff für die Börse herausstellen.
Notenbanken im Lockerungsmodus
Zwei ökonomische Ereignisse stehen im Mittelpunkt der kommenden Woche. Zunächst wird die Wachstumszahl für den Euroraum für das zweite Quartal gemeldet. Daraus können Rückschlüsse auf die offiziellen deutschen Daten gezogen werden. Zwar steht deren Veröffentlichung erst Mitte August an. Doch bereits jetzt ist klar, dass die Daten eine sehr schwache Konjunkturentwicklung anzeigen werden Die Frage lautet nur noch, wie schwach sie ausfallen. Am Mittwoch dann sind alle Augen auf die US-Notenbank gerichtet, die wahrscheinlich ebenso wie die EZB weitere geldpolitische Lockerungen signalisieren wird.

19.07.2019 - Sommerflaute

An den Aktien- und Anleihemärkten geht das fröhliche Rätselraten weiter. Erraten werden soll, wann und wieviel zusätzlichen Treibstoff die Notenbanken in den kommenden Wochen für Märkte und Wirtschaft bereitstellen. Unterdessen berichten die Unternehmen weltweit über ihre Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal. Dabei stellt sich heraus, dass die Gewinne kaum mehr ansteigen. Zahlreiche Gewinnwarnungen etwa von deutschen Unternehmen dokumentieren die Schwierigkeiten, welche die Firmen mit der weltweit schwachen Industrienachfrage haben. Solange jedoch die Zinsen so niedrig bleiben, stellen die Aktiendividenden eine der wenigen Alternativen für positive Ausschüttungen aus Wertpapieranlagen dar.
Wichtige Daten bei geringen Umsätzen
Mit Spannung wird erwartet, ob die Europäische Zentralbank bereits geldpolitische Beschlüsse im Köcher hat oder diese für den Herbst vorbereitet. Wichtige Konjunktursignale wird das deutsche ifo-Geschäftsklima aussenden – allzu euphorisch werden diese wohl nicht ausfallen. In Großbritannien werden nach Abschluss der parteiinternen Wahl bei den Konservativen die Weichen für einen neuen Premierminister gestellt. Außerhalb der britischen Finanzmärkte sind die Marktreaktionen auf neue Wendungen beim Brexit jedoch äußerst begrenzt.

12.07.2019 - Sorglosigkeit

Die Geldpolitik wird es schon richten, irgendwie und auf jeden Fall. Zumindest US-Börsen feierten sich in dieser Woche, was sich am Aktienindexverlauf des S&P500 ablesen lässt. Das Börsenbarometer stieg über 3.000 und der Dow Jones-Index kletterte über die Marke von 27.000 Punkten. Zinssenkungserwartungen an die US-Notenbank begründet diese mit der Verunsicherung um die Weltkonjunktur vor allem aus den Handelsstreitigkeiten. Scheinbar macht sich Sorglosigkeit an den Märkten breit, der die Aktienmärkte trägt und Zinsaufschläge an Anleihemärkten drückt. Risiko wurde in den letzten Tagen gesucht: Die Emission der 50-jährigen italienischen Staatsanleihe war bei einer Rendite von lediglich 2,84 Prozent vielfach überzeichnet. Immerhin, Produktionsdaten aus der Eurozone sowie Inflations- und Arbeitsmarktindikatoren aus den USA fielen ordentlich aus. Kein Grund zur Sorge um einen freien Fall der Konjunktur.
Blick ‘gen Osten: Wie geht‘s China?
Gleich am Montag werden wir erfahren, wie stark die chinesische Volkswirtschaft im zweiten Quartal gewachsen ist. Es sollte ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von mehr als 6 Prozent gemeldet werden. Ein solides Resultat, das trotz aller Unsicherheiten im Handelskonflikt mit den USA wahrscheinlich ist. Zumindest wird dort wieder miteinander verhandelt. Zur Wochenmitte erfahren wir dann, wie es um die amerikanische Industrie und den Einzelhandel bestellt ist. Den US-Daten kommt im Hinblick auf die Zinssenkungsphantasien eine hohe Bedeutung zu. Nicht zu vergessen ist, dass die Berichtssaison in den USA in der kommenden Woche startet.

05.07.2019 - Notenbanken stehen Gewehr bei Fuß

Die Aktienmärkte stehen weiterhin unter widerstreitenden Einflüssen. So fällt die Konjunkturentwicklung enttäuschend aus. In Deutschland klagt die Industrie über abschmelzende Auftragsbücher und kündigt Produktionseinschränkungen an. Im europäischen Maßstab sieht es zwar etwas freundlicher aus, aber unter der weltweiten Flaute im Industriesektor leiden auch andere Länder. Dagegen stehen die mehr oder weniger angekündigten weiteren Lockerungsschritte der Notenbanken. Im Euroraum wurde die Nominierung der gegenwärtigen IWF-Chefin Christine Lagarde zur künftigen EZB-Chefin als Signal für eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik gesehen. Dies unterstützt die Aktienmärkte, insbesondere dann, wenn sich die Konjunktur in den kommenden Monaten wieder etwas fangen sollte.
Wichtige Daten bei dünnen Märkten
Produktionszahlen aus Deutschland werden wohl zunächst noch die generell schwache Verfassung der weltweiten Industrie bestätigen. Diese Schwäche betrifft allerdings nicht die Binnenwirtschaft, wo noch immer kräftige Nachfrage herrscht. Langsam wandert dann der Fokus der Märkte in die USA, wo Notenbankchef Powell in der kommenden Woche vor dem Kongress Hinweise auf die Absichten der Fed geben könnte, ob die Zinsen bald wieder gesenkt werden.

28.06.2019 - Im Fokus: Geldpolitik und Handelsstreit

Obwohl die Renditen an den Anleihemärkten in Deutschland in dieser Woche wieder leicht angestiegen sind, steht der Kapitalmarkt immer noch unter dem Eindruck der Äußerungen von Mario Draghi. Der EZB-Präsident hatte vor zwei Wochen weitere zinssenkende Maßnahmen angekündigt. Es ist eine sehr in die Zukunft weisende Strategie, denn noch läuft die Konjunktur gut, wenngleich mit abnehmender Tendenz. Den Aktienmärkten bekam es gut, sie setzen auf die heilende Wirkung der Geldpolitik sowohl in Europa als auch in den USA. Daneben hören die Aktienmarktteilnehmer natürlich auch auf jede Äußerung aus der Politik zum Handelsstreit zwischen den USA und China. Eine Einigung auf dem G-20-Treffen in Osaka würde die Märkte deutlich beflügeln, schon die Aussicht auf weitere Verhandlungen wäre ein Signal der Hoffnung.
Und wenn die Konjunktur doch hält?
Die Konjunkturdaten der kommenden Woche dürften an den Finanzmärkten stark beachtet werden. Im Euroraum steht die Veröffentlichung der neuesten Umfragen unter Einkäufern auf dem Programm. Dabei liegt die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer vor allem auf den Dienstleistungsunternehmen, die bislang der konjunkturellen Abkühlung trotzen konnten, jetzt aber auch in einen Abwärtstrend geraten könnten. In den USA werden die neuesten Zahlen zum Arbeitsmarkt veröffentlicht, der als wichtiger Gradmesser für die Entwicklung der US-Konjunktur gilt.

21.06.2019 - Normal war gestern – extrem ist heute

Eine gelungene Börsenwoche liegt hinter uns. In den USA hat der S&P 500-Index sogar ein Allzeithoch erreicht. Auch der Deutsche Aktienindex schaffte ein Plus, hingegen fiel die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen unter die Marke von minus 0,3 Prozent, ein Niveau rund um das bisherige Allzeittief. Das ist bemerkenswert und kann durchaus auf die aktuelle Kommunikation der Notenbanken zurückgeführt werden. Am Mittwoch hat die amerikanische Notenbank Fed eine präventive Zinssenkung ins Spiel gebracht, falls es nicht zu einer (überraschenden) Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China kommt. Auch EZB-Präsident Draghi ist zuletzt offen für neuerliche geldpolitische Unterstützung wahrgenommen worden. Kurzum: Aus Sicht der Finanzmärkte sind die Notenbanken aktuell absolut dominierend, so dass trotz politischer Risiken die Aktienmärkte freundlich tendierten.

Hohe Erwartungen an den G20-Gipfel
Die kommende Woche beginnt mit der Veröffentlichung eines wohl gesunkenen ifo Geschäftsklimas: Die globale Abschwächung, heimische Probleme und die zahlreichen Unsicherheitsfaktoren vom internationalen Handelsstreit über den Brexit bis hin zur Haushaltsdiskussion in Italien scheinen der deutschen Wirtschaft doch stärker und nachhaltiger zuzusetzen als bislang erwartet. Überragende Bedeutung wird dem G20-Gipfel in Japan Ende der Woche beigemessen. Ob die USA und China miteinander reden und konstruktive Signale für eine Einigung im Handelskonflikt senden, dürfte marktbewegend sein, und zwar sowohl für die Aktien- als auch die Rentenmärkte.

14.06.2019 - Seitwärtsmodus

Es war eine weitere Woche im Seitwärtsmodus an den Aktienbörsen. Kleine Gewinne zu Beginn der verkürzten Handelswoche gingen später wieder verloren. Bemerkenswert: Die Finanzmärkte reagieren zurzeit wenig auf Konjunktursignale. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass das zweite Quartal ein Totalausfall wird – zumindest was die Konjunktur in Deutschland angeht. Wahrscheinlich hat hier das gute erste Quartal einiges vorweggenommen. Doch die Aussicht auf noch niedrigere Zinsen kompensiert in den Augen der Börsianer das konjunkturelle Zwischentief. Ebenso haben die Marktteilnehmer akzeptiert, dass eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China noch in weiter Ferne liegt und dass ein harter Brexit wahrscheinlicher wird. Keine guten Aussichten, aber die Börsianer sind mittlerweile daran gewöhnt.
Im Fokus: Notenbanken und Konjunkturdaten
In der nächsten Woche schauen die Börsianer auf die Sitzung des Notenbankrates der US-Zentralbank Fed sowie die neuesten konjunkturellen Stimmungsdaten für Deutschland und den Euroraum. Die US-Notenbank hat in diesem Jahr bereits signalisiert, dass ihr die Entwicklung der Aktienmärkte nicht gleichgültig ist. Bleibt sie diesem Kurs treu, dürfte das den Märkten Unterstützung geben. Die Konjunkturdaten aus Europa geben erste Auskünfte darüber, wie es in der zweiten Jahreshälfte weitergeht. Nach dem enttäuschenden ersten Halbjahr wäre eine kleine Stimmungsaufhellung sehr erwünscht. Leider stehen die Vorzeichen dafür nicht besonders gut.

07.06.2019 - Besorgte Notenbanken

Die Börsen präsentierten sich in der zurückliegenden Woche uneinheitlich. Insgesamt überwogen negative Neuigkeiten. Das große politische Risiko durch die anhaltendenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China wurde erneut durch Drohungen des US-Präsidenten befeuert. Erschwerend kamen Zollankündigungen gegenüber Mexiko hinzu. Und doch gab es Halt für die Aktienmärkte. Er kam von den Notenbanken, deren Besorgnisse über die sich verdüsternden Konjunktur- und Inflationsperspektiven Hoffnung auf Unterstützung der Geldpolitik nährt. Der US-Notenbank Fed werden baldige Zinssenkungen unterstellt. Passend dazu kommunizierte die Europäische Zentralbank bei ihrer Sitzung am Donnerstag, dass sie bereit steht zusätzliche expansive Maßnahmen zu ergreifen, wenn sich die Perspektiven weiter eintrüben.
Wenig Inflation, noch geringere Zinsen
Die Inflationserwartungen sind wieder zurückgegangen. Gepaart mit der erkennbaren Bereitschaft der Notenbanken, konjunkturellem Ungemach bei Bedarf entgegenzuwirken, ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf ein Rekordtief von unter minus 0,2 Prozent gefallen. Die zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten werden an dieser Situation kaum etwas ändern. Der Stimmungsindikator Sentix dürfte dank der Zolldrohungen nachgeben, und die Industrieproduktion der Eurozone war im April schwach. Vermutlich werden eher überraschende politische Nachrichten die Aufmerksamkeit der Aktienmärkte auf sich ziehen.

31.05.2019 - Es läuft nicht wie geschmiert

Wieder durchlebten die Börsen eine Woche mit wenig hilfreichen Nachrichten aus der Politik. Die chinesische Regierung droht, Lieferungen von wichtigen Rohstoffen wie Seltenen Erden in die USA zu begrenzen. Für die High-Tech-Industrien sind diese essenziell. US-Präsident Trump weitet seine Zollpolitik auf Mexiko aus. Hier geht es um die Sanktionierung illegaler Immigration. In Europa steht die italienische Regierungskoalition kurz vor dem Platzen. Es läuft also vieles nicht wie geschmiert, obwohl sich der Rohölpreis, ein Schmiermittel der Weltwirtschaft, in dieser Woche rutschartig weiter verbilligte. All dies bestätigt, dass die Notenbanken tendenziell weiter marktstützend und expansiv wirken wollen. So gaben die Renditen deutscher und amerikanischer Staatsanleihen noch einmal spürbar nach, während das Minus an den Aktienmärkten moderat ausfiel.
Weiterhin expansiver Kurs der EZB
Am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung Farbe bekennen und zeigen müssen, wie sie die Perspektiven im Umfeld der politischen Risiken bewertet. Sie wird auch Vorhersagen für das Wirtschaftswachstum und die Inflation veröffentlichen. Die Märkte dürften in ihrer Auffassung bestätigt werden, dass die Leitzinsen mindestens bis zum Jahresende auf ihren derzeitigen Niveaus bleiben – ohne eine nachhaltige Zunahme der Inflation möglicherweise auch weit darüber hinaus. Zum Wochenschluss sollte der amerikanische Arbeitsmarktbericht von solidem Beschäftigungsaufbau und unauffälliger Stärke der Binnenwirtschaft in den USA zeugen.

24.05.2019 - Kapitalmärkte schlagen sich wacker

Politische Themen und Risiken drängten sich in den vergangenen Tagen mit aller Macht immer mehr in den Vordergrund der Börsen. Allein in Europa sind die Regierungskrise in Österreich und die geschwächte Position der britischen Regierungschefin May mit Rücktrittsgerüchten wenig hilfreich für die Kapitalmärkte. Überschattet wird dies freilich noch von der Verschärfung des Handelsstreits der USA mit China durch Präsident Trump. Dabei bestätigen sich erstmals die Belastungen für die US-Wirtschaft: Nun soll den von bilateralen Zöllen geschädigten Farmern mit einem 16-Mrd.-USD-Hilfspaket unter die Arme gegriffen werden. Kurzum: die Nachrichtenlage ist desaströs, und doch haben sich die Aktienmärkte insgesamt wacker geschlagen. Bei allenfalls gemischt ausgefallenen Konjunkturindikatoren lassen sich die Börsen weiter von der Hoffnung auf unterstützende Notenbanken tragen.
Europawahl verarbeiten
Auch in der kommenden Woche dürften die Märkte eher weniger von Konjunkturdaten getrieben werden als den von politischen Ereignissen. Es gibt immerhin am Freitag Inflationsdaten, die die Markterwartungen an die Notenbanken auffrischen können. Wichtiger dürften die Ergebnisse der Europawahl sein, was die Märkte erst einmal verarbeiten müssen. Bedeutsam wird sein, wie stark rechtspopulistische Parteien abschneiden werden und ob handlungsfähige Koalitionen rasch zusammenfinden. Unabhängig davon lasten politische Risiken auf den Unternehmensgewinnen. Analysten dürften ihre Gewinnschätzungen für das zweite Quartal tendenziell zurücknehmen. Allerdings zeigte sich in der Vergangenheit stets: politische Börsen haben kurze Beine. Das sollte auch dieses Mal der Fall sein.

17.05.2019 - Kernthema Risiko ist zurück

Für die Börsen ist tatsächlich die relative Ruhe, die die Osterzeit über herrschte, passé. Dabei sind es keine neuen und schon gar keine erfreulichen Geschichten, die die Finanzmarktteilnehmer aktuell erzählt bekommen: Der Konflikt zwischen den USA und China verschärft sich weiter – nicht zuletzt dadurch, dass nun der chinesische Telefonriese Huawei auf einer schwarzen Liste der Amerikaner steht. In Europa lässt die italienische Regierung ihr Haushaltsdefizit aus dem Ruder laufen. Die Briten ringen mit einer geschwächten Regierungschefin May beinahe verzweifelt um Lösungen für den Brexit. Verschärftes Säbelrasseln gegenüber dem Iran schürt ebenfalls Unsicherheiten. Aber: Die europäischen Börsen weisen eine positive Wochenbilanz auf. Die internationalen Notenbanken sollen es richten, so die Markteinschätzung. Die Renditen von Bundesanleihen gaben entsprechend weiter nach.  

Politik bestimmt das Geschehen

Dominierend für die Finanzmärkte werden in der kommenden Woche die Schlagzeilen zu allen politischen Risiken sein. Passend dazu stehen für den deutschen Aktienmarkt frische Stimmungsindikatoren zur Veröffentlichung an. Wahrscheinlich sind einige Antworten für das ifo Geschäftsklima und die Einkaufsmanagerindizes vor den allerjüngsten politischen Eskalationen abgegeben worden. Insofern sollte es nicht überraschen, wenn die Stimmung in den Unternehmen sich schlechter zeigt als vor einem Monat. Ob die Notenbankphantasie oder die festeren Frühindikatoren der OECD die Märkte weiter tragen, bleibt abzuwarten.

Handelskonflikt zwischen USA und China - Statement von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank

Ins Stocken geraten: Handelskonflikt zwischen USA und China belastet auch Aktienkurse

Frankfurt, 10. Mai 2019

Handelsgespräche: Pause oder Ende?

Die Verhandlungen über die künftigen Handelsbeziehungen der USA mit China sind ins Stocken geraten. Mehr noch: Mitten in den laufenden Verhandlungen hat US-Präsident Trump angekündigt, den bereits bestehenden Zollsatz von 10 Prozent auf 200 Milliarden chinesischer Exporte in die USA auf 25 Prozent zu erhöhen, wenn die Verhandlungen keinen befriedigenden Verlauf nähmen. Bereits drei Tage später, am 10. Mai 2019, haben die USA diese Maßnahme umgesetzt. Damit haben sich die Erfolgschancen der Handelsgespräche binnen kurzer Zeit deutlich eingetrübt. Nach überwiegend positiven Aussagen beider Verhandlungspartner in den vergangenen Wochen erscheint der weitere Verlauf unsicher und in die Länge gezogen. Der Hintergrund liegt darin, dass zwar beide Seiten sehr an einer Vereinbarung interessiert sind. Auch ist wohl beiden Supermächten klar, dass die eigentlichen Differenzen, nämlich die unterschiedlichen Wirtschaftssysteme, in diesen Verhandlungen nicht ausgeräumt werden können. Aber auf praktischen Feldern, wie der Sicherheit von geistigem Eigentum, der Bewegungsfreiheit von Firmen in den jeweiligen Ländern sowie weiterer Fördermaßnahmen des gegenseitigen Geschäfts schien eine zügige Einigung möglich. Dass dies nun nicht mehr so ist, begründet die US-Seite damit, dass der chinesische Verhandlungspartner sich von ursprünglichen Zusagen wieder entfernt hat und insbesondere die Frage der Kontrolle eines Abkommens nicht geklärt werden konnte. Natürlich haben die Zollmaßnahmen der US-Regierung das Ziel, den Verhandlungsdruck zu erhöhen, um weitere Zugeständnisse zu erwirken. Ob dies in kurzer Zeit möglich ist, bezweifeln wir. Insofern werden zunächst auch weitere Gegenmaßnahmen von chinesischer Seite erhoben werden. Wir erachten jedoch gleichzeitig die Chancen, dass es im weiteren Jahresverlauf doch zu einer Einigung kommt und bestehende Handelsrestriktionen wieder zurückgenommen werden, als sehr hoch.

Auswirkungen

Die makroökonomischen Wirkungen der neuerlichen Zollerhebung durch die USA gegenüber chinesischen Importen sind an den Kapitalmärkten bereits gut durchdekliniert. Das liegt daran, dass der Fahrplan für Sanktionen und Verhandlungen von der US-Seite lange angekündigt gewesen ist. Die Folgen für die Konjunktur sind überschaubar, weil der Außenhandel für beide Länder angesichts ihrer Größe nicht sehr bedeutend für das Wachstum ist. Auch ein Anstieg der Inflation wird allenfalls im Bereich von Zehntelprozentpunkten liegen. Wir ändern unsere Konjunkturprognose daher nicht.

Marktreaktionen

Am Kapitalmarkt hatte sich in den ersten Monaten des Jahres die Sichtweise durchgesetzt, dass es zu einer Übereinkunft im Zollstreit zwischen den USA und China kommt, was im Anschluss dann auch einen Verzicht auf die bereits bestehenden Zölle mit sich gebracht hätte. Gerade für die Aktienmärkte war diese Perspektive sehr wichtig, da dies zum einen die Planungssicherheit für die Unternehmen erhöht hätte, zum anderen aber zu einer Kostenentlastung und damit zu einem wieder verbesserten Ausblick der Unternehmensgewinne gesorgt hätte.

 

Rechtliche Hinweise:

Diese Darstellungen inklusive Einschätzungen wurden von der DekaBank nur zum Zwecke der Information des jeweiligen Empfängers erstellt. Die Informationen stellen weder ein Angebot, eine Einladung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Finanzinstrumenten noch eine Empfehlung zum Erwerb dar. Die Informationen oder Dokumente sind nicht als Grundlage für irgendeine vertragliche oder anderweitige Verpflichtung gedacht. Sie ersetzen keine (Rechtsund / oder Steuer-)Beratung. Auch die Übersendung dieser Darstellungen stellt keine derartige beschriebene Beratung dar. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und zusammengestellt. Die hier abgegebenen Einschätzungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen und stammen aus oder beruhen (teilweise) auf von uns als vertrauenswürdig erachteten, aber von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen. Eine Haftung für die Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der gemachten Angaben und Einschätzungen, einschließlich der rechtlichen  Ausführungen, ist ausgeschlossen. Die enthaltenen Meinungsaussagen geben die aktuellen Einschätzungen der DekaBank zum Zeitpunkt der Erstellung wieder, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern können. Jeder Empfänger sollte eine eigene unabhängige Beurteilung, eine eigene Einschätzung und Entscheidung vornehmen. Insbesondere wird jeder Empfänger aufgefordert, eine unabhängige Prüfung vorzunehmen und/oder sich unabhängig fachlich beraten zu lassen und seine eigenen Schlussfolgerungen im Hinblick auf wirtschaftliche Vorteile und Risiken unter Berücksichtigung der rechtlichen, regulatorischen, finanziellen, steuerlichen und bilanziellen Aspekte zu ziehen. Sollten Kurse/Preise genannt sein, sind diese freibleibend und dienen nicht als Indikation handelbarer Kurse/ Preise. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Diese Informationen inklusive Einschätzungen dürfen weder in Auszügen noch als Ganzes ohne schriftliche Genehmigung durch die DekaBank vervielfältigt oder an andere Personen weitergegeben werden.

10.05.2019 - Zölle blockieren Aktienkurse

Es war eine dramatische Woche an den Börsen, die ganz im Zeichen des Handelskonflikts zwischen den USA und China stand. Mitten in den laufenden Verhandlungen hat US-Präsident Trump angekündigt, bei einem unbefriedigenden Verhandlungsverlauf den Zollsatz für chinesische Importe von 10 auf 25 Prozent zu erhöhen. Bereits am Donnerstag trat diese Maßnahme in Kraft. Die Börsen reagierten mit deutlichen Abschlägen. In Asien war schon während der vergangenen Woche ein Abwärtstrend zu verzeichnen gewesen, deshalb fielen die Reaktionen auf die Umsetzung der Zollankündigung in den vergangenen Tagen nicht mehr sehr heftig aus. Die Märkte in den USA und in Europa reagierten mit Abschlägen in der Größenordnung von etwa 5 Prozent. Von Panik konnte jedoch keine Rede sein, zumal die Märkte nach einem langen Aufwärtstrend in diesem Jahr ohnehin reif für eine Korrektur waren.

Mit Spannung erwartet: Wachstumszahlen für Deutschland

Kurzfristig hängt die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten natürlich am Fortgang der Handelsgespräche. Die Möglichkeit einer Einigung ist auch nach den jüngsten Ereignissen längst nicht vom Tisch. Mittelfristig werden allerdings – unabhängig vom Ausgang der Gespräche – andere Einflussfaktoren wieder die Regie an den Märkten übernehmen. Zwar sind neue Handelsschranken auch für den  Wirtschaftsverlauf nicht hilfreich, entscheidend verändern dürften sie die Konjunkturentwicklung allerdings nicht. Wie weit sich diese weltweit weiter stabilisiert, werden in der kommenden Woche die Daten zum Wachstum in Deutschland und die Frühindikatoren der OECD anzeigen.  

03.05.2019 - Aufbruchsstimmung Fehlanzeige

Für die Aktienmärkte sind die konjunkturellen Aussichten stets ein wichtiger Orientierungsmaßstab. Ebenso wichtig ist aber auch, was die Unternehmen daraus machen. In dieser Woche gab es da gemischte Informationen. Weiterhin dümpeln die konjunkturellen Umfragewerte in den Industrieunternehmen lustlos vor sich hin. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den meisten anderen Ländern kommt keine rechte Aufbruchsstimmung auf. Glücklicherweise laufen in den Dienstleistungssektoren die Geschäfte gut, sodass im Euroraum und in den USA das Wachstum ordentlich ausfällt. Mittlerweile haben viele Unternehmen ihre Berichte über das erste Quartal vorgelegt. Dabei schlagen zwar viele die gesetzten Erwartungen, allerdings waren diese durch die Konjunkturdiskussion bereits relativ niedrig. Alles in allem quittierte der DAX diese Entwicklungen mit einem weiteren moderaten Anstieg.

 Inflationsdaten im Fokus

Der Dreh- und Angelpunkt der gegenwärtigen Kapitalmarktentwicklungen liegt in der weltweit sehr niedrigen Inflation. Würde diese ansteigen, kämen Kurse von Aktien und Anleihen ins Trudeln. Allerdings sieht es danach nicht aus, wie auch die Inflationszahlen aus den USA in der kommenden Woche bestätigen werden. Die Inflationsrate der US-Verbraucherpreise lag zu Beginn des Jahres mit 1,5 % unter der Zielmarke der Notenbank. Insbesondere die Energiepreise waren hierfür maßgeblich verantwortlich. Lässt man Energie- sowie Nahrungs-mittelpreise außen vor, dann dürfte der Preisanstieg weiterhin sehr moderat ausfallen.  

26.04.2019 - Gemischte Signale und neue Rekorde

Positive Unternehmensberichte

Die nachösterliche Woche hatte es in sich: Eine Fülle von Daten prasselte auf die Märkte ein – mit unterschiedlichen Signalen. In der laufenden Berichtssaison zum ersten Quartal erreichte der US-Technologieindex NASDAQ nach starken Ergebnissen von Microsoft und Facebook ein neues Allzeithoch. Allerdings kamen viele positive Überraschungen eher dadurch zustande, dass die Erwartungen im Vorfeld deutlich niedriger waren. Alles in allem können die Unternehmensergebnisse die schlimmsten Befürchtungen einer weltweiten Konjunkturabkühlung entkräften, allzu viel Optimismus ist aus ihnen jedoch nicht herauszulesen. In diese Richtung deutete auch die neue Stimmungslage in den deutschen Unternehmen. Der ifo Geschäftsklimaindex ging entgegen den Erwartungen leicht zurück und dämpfte damit Hoffnungen auf eine schnelle Konjunkturbelebung.  

US-Daten stehen im Mittelpunkt

Der US-Arbeitsmarktbericht für April dürfte erneut zeigen, dass die Wirtschaft dort unverändert gut wächst. Die jüngsten Arbeitsmarktindikatoren haben sich im Vergleich zum Vormonat sogar wieder etwas verbessern können. Der vergangene Winter hat die Beschäftigungsentwicklung netto stärker als sonst üblich belastet. Deshalb dürfte ein Nachholeffekt für einen leicht überdurchschnittlichen  Beschäftigungsaufbau sorgen. Im Vergleich zu dem Wirbel, den der Kurswechsel der US-Notenbank in den vergangenen Monaten ausgelöst hat, wird der Zinsentscheid in der kommenden Woche eher von Langeweile geprägt sein. Ebenfalls unspektakulär dürften die BIP-Zahlen im Euroraum ausfallen, die weiterhin auf moderates Wachstum hindeuten.

18.04.2019 - Frühlingserwachen an der Börse

Ein Großteil der Einbußen an den Aktienmärkten ist inzwischen wieder wettgemacht. Dazu hat auch die letzte Handelswoche vor Ostern beigetragen. Der DAX etablierte sich über der Marke von 12.000 Punkten, in den USA gerieten die historischen Höchststände ins Blickfeld. Unterstützt wird diese Erholung von wieder kräftigeren Konjunktursignalen. In China, von wo die weltweiten Konjunkturängste ausgegangen waren, zeigt mittlerweile die Industrieproduktion wieder aufwärts. In Europa allerdings gestaltet sich diese Stimmungsaufhellung nur schleppend, wie die Einkaufsmanagerindizes für April zeigten. Zwar sind Risikothemen wie Brexit oder die Handelsbeziehungen der USA mit China zumindest vorübergehend entschärft, und die Niedrigzins-Perspektiven der Geldpolitik unterstützen die Kurse. Allerdings sind die Konjunktursignale noch nicht überzeugend genug, um die Börsenampeln eindeutig auf Grün zu stellen.  

Wichtige Daten bei dünnen Märkten

Die Osterwoche wird geringe Umsätze an den Finanzmärkten und damit auch nur beschränkte Aussagekraft der Kursentwicklung mit sich bringen. In so einer Umgebung können Wirtschaftsdaten allerdings auch zu größeren Ausschlägen führen. Der in der kommenden Woche veröffentlichte ifo Geschäftsklimaindex für April ist ein geeigneter Kandidat hierfür. Die Vorzeichen sind gemischt, ob der deutschen Wirtschaft ein Stimmungsumschwung gelingt. Ein weiterer Rückschlag würde an den Aktienmärkten Spuren hinterlassen. Dagegen werden schwache US-Wachstumszahlen für das erste Quartal die Börsianer kaum schocken. Vor dem Hintergrund des Behördenstillstands im Januar gilt dies als Ausrutscher.

12.04.2019 - Geruhsam, gemächlich, gelassen

Es macht offenkundig überhaupt keinen Sinn, sich aufzuregen. Weder über die Briten noch über die Europäische Zentralbank. Das haben sich auch die Aktienmärkte gedacht und verlebten eine relativ ruhige und richtungslose Woche. Denn die beiden „Hingucker“ mahnten zur Geduld. Zum einen hat die Europäische Zentralbank bestätigt, dass die Wartezeit bis zur ersten Zinserhöhung ergiebig ausfallen wird. Auch ohne hektische Ankündigung neuer Maßnahmen bleibt doch die Gewissheit, dass die Euro-Währungshüter noch längere Zeit eher auf der unterstützenden, also börsenberuhigenden Seite bleiben wollen. Geduld haben auch die EU-Politiker auf ihrem Gipfel mit den Briten bewiesen. Der Geduldsfaden reißt nun frühestens am 31. Oktober, dem neuen (spätesten) Termin für den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs.

 Und wenn die Konjunktur doch hält?

In der kommenden Woche dürften Konjunkturindikatoren und die beginnende Berichtssaison in den USA im Fokus der Aktienmärkte stehen. Und das verspricht insofern Spannung, als dass Rückgänge und Abwärtsrevisionen sowohl bei den Wirtschaftsdaten als auch bei den Unternehmensgewinnen allmählich an ein Ende kommen sollten. Zumindest dann, wenn unser Hauptszenario eintritt und sich die globale Expansion fortsetzt – zwar mit geringerem Schwung, aber ohne Rezession. So sind die Augen der Marktteilnehmer auf die ZEW-Konjunkturerwartungen, das chinesische Bruttoinlandsprodukt und die US- Einzelhandelsumsätze gerichtet.

05.04.2019 - Aufwärts … trotz schlechter Daten

Die Erholung geht weiter: Der Dax hat die 12.000er Marke wieder geknackt. Und das trotz des Einbruchs der Auftragseingänge in der deutschen Industrie, der insbesondere aus dem Ausland kam und damit die Sorgen vor der internationalen Industrierezession weiter schürte. Die Auflösung liegt darin, dass die jetzt veröffentlichten Daten für den Februar gelten. Mittlerweile ist die Wirtschaft jedoch mehr als einen Monat weiter und viele Marktteilnehmer meinen, bereits Stabilisierungssignale aufgefangen zu haben. Zudem haben inzwischen die Notenbanken Unterstützung für Wirtschaft und Märkte angedeutet. Es spricht also viel für eine weitere Erholung der Kurse im Jahresverlauf. Allerdings könnte die Entwicklung bis dahin noch das eine oder andere Schlagloch aufweisen, wenn eine der kommenden Konjunkturzahlen auch mal wieder schlechter ausfällt.  

Brexit: Der Augenblick der Wahrheit naht

Ein Sondergipfel der Europäischen Union könnte in der kommenden Woche die Voraussetzungen für eine nochmalige Verschiebung der Brexit-Entscheidung legen. Sollte das britische Parlament einem Verbleib in der Zollunion zustimmen, könnte es mit dem Austritt zügig vorangehen. Anderenfalls könnte es auch eine lange Verschiebung um etwa ein Jahr geben, um eine neue Austrittsstrategie zu finden. In beiden Fällen wird das Thema für Wirtschaft und Märkte jedoch als Risiko deutlich heruntergestuft werden. Von der Sitzung der Europäischen Zentralbank ist nicht allzu viel Neues zu erwarten, nachdem die Perspektive einer Zinswende gerade im vergangenen Monat nach hinten verschoben worden war.  

29.03.2019 - Paukenschlag der Europäischen Zentralbank

Rückzug vom Rückzug

Bei der Europäischen Zentralbank geht es weiter mit dem Rückzug vom Rückzug: In den vergangenen Tagen dachten die Währungshüter laut über Erleichterungen für das Bankensystem bei Belastungen aus dem negativen Einlagenzinssatz nach. Die Märkte interpretierten dies so, dass der negative Zinssatz noch lange bleiben wird. Damit ist allen Hoffnungen auf ein absehbares Ende der Null- und Negativzinswelt erneut ein Dämpfer verpasst worden. An den Anleihemärkten sanken prompt die Renditen. Doch die Aktienmärkte reagierten kaum. Die Konsequenzen für Aktien sind auch noch nicht eindeutig. Sollte die wirtschaftliche Entwicklung in Europa in den kommenden Wochen wieder Fahrt aufnehmen, sieht es für Aktien schlagartig wieder sehr gut aus. Sollten aber die kommenden Wirtschaftsdaten weiterhin mau ausfallen, werden auch die Aktienmärkte eher lustlos bleiben.

Warten auf neue Konjunkturdaten

Genau diese konjunkturellen Perspektiven stehen in der kommenden Woche im Mittelpunkt des Interesses. Zum Beispiel in China, wo die Stimmung in der Wirtschaft zuletzt deutlich nachgegeben hat und der Außenhandel seit November schwächelt. Die Mehrwertsteuersenkung in China zum 1. April dürfte die Wirtschaft zwar in den kommenden Quartalen stützen, doch der nun zur Veröffentlichung anstehende Einkaufsmanagerindex für März dürfte noch auf niedrigem Niveau verharren. In Deutschland werden Produktionsdaten für den Januar veröffentlicht, und in den USA werden die Märkte anhand der Arbeitsmarktentwicklung am Freitag Gelegenheit zur Standortbestimmung haben.  

22.03.2019 - Die US-Notenbank hat sich entschieden

Konjunkturindikatoren hatten es diese Woche schwer, an den Finanzmärkten durchzudringen. Unerfreulich sind die am Freitag gemeldeten deutlichen Rückgänge bei den europäischen Einkaufsmanagerindizes dennoch. Hingucker war indes die amerikanische Notenbank: Die Fed hat sich entschieden, den amerikanischen Leitzins in diesem Jahr nicht mehr anzuheben. Auch die Reduzierung der Zentralbankbilanz soll schon ab Oktober eingestellt werden. Die Anleihen- und Devisenmärkte reagierten lehrbuchmäßig auf diesen ersten Schritt einer geldpolitischen Normalisierung: Die Renditen kurzläufiger Staatsanleihen gaben nach und der US-Dollar verlor gegenüber dem Euro. Damit trägt die Notenbank den vielen Risikothemen Rechnung. Die Aktienmärkte kamen letztlich eher uneinheitlich durch die Woche.   

Kaugummi-Strategie beim Brexitvorgehen

Man mag kaum mehr zusehen, aber sowohl der Brexit als auch die Handelsgespräche zwischen den USA und China ziehen sich wie Kaugummi in die Länge. Damit lösen sich die Risikothemen eben auch nicht schon bald auf, die Unsicherheiten bleiben für die Börse erhalten. Einmal mehr stehen in den nächsten Tagen die Abstimmungen im britischen Parlament im Fokus. Die eigentliche Deadline, der 29. März, ist zwar mit dem jüngsten EU-Gipfel Makulatur geworden, nun ist der 12. April der neue 29. März. Am Montag könnte zunächst aber das ifo Geschäftsklima die Stimmung am Frankfurter Börsenparkett vorgeben, Rückgänge sind hier wahrscheinlich.

15.03.2019 - Politikchaos ohne Einflüsse auf die Märkte

Wer will was im politischen Chaosbetrieb in London? Für das britische Unterhaus ist bloß eine Sache klar, die aber an den Finanzmärkten die einzig wichtige Botschaft ist: Es gibt keinen Brexit ohne Austrittsvertrag. Damit bestätigte sich, was an den Märkten in den vergangenen Wochen schon zunehmend in den Kursen eingepreist wurde. Insbesondere an der Aufwertung des britischen Pfundes konnte dies abgelesen werden. Wie es nun genau mit den Austrittsbemühungen der Briten weitergeht, ist für die Wertpapierkurse nicht mehr so wichtig. An einer anderen Politikfront dagegen gab es keine Fortschritte. Im Handelsstreit zwischen den USA und China wurden die Entscheidungsfristen verlängert. Zwar gibt es erst einmal keine Zollerhöhungen seitens der USA gegenüber chinesischen Importen, eine Einigung ist aber noch weit entfernt. Die Finanzmärkte nahmen es gelassen: Aktien und Anleihen beenden die Woche leicht erholt.
Brexit: Eine Frage des Wann…
Der Alptraum geht weiter: Theresa May wird die EU um eine Verlängerung der Austrittsfrist über den 29. März hinaus bitten. Bis spätestens 20. März will die britische Regierung den ‚May-Deal‘ dem Parlament zur dritten Abstimmung vorlegen. Wird ihr ‚Deal‘ angenommen, strebt May eine Verschiebung des Austritts bis zum 30. Juni an. Andernfalls will sie um eine längere Verschiebung bitten. In der kommenden Woche werden die Marktteilnehmer jedoch mehr auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) schauen und wie diese die wirtschaftliche Lage in den USA bewertet. Ein Indiz zur europäischen Stimmung in der Wirtschaft liefern am Freitag die Einkaufsmanagerindizes. Hier erhoffen sich die Beobachter Antwort auf die Frage, ob es mit den negativen Konjunkturnachrichten langsam ein Ende hat.

08.03.2019 - EZB schickt Renditen in den Keller

Überraschung am Donnerstag beim Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB): Nicht, dass die Leitzinsen angepasst worden wären. Jedoch hat die EZB ihre Projektionen für das Wirtschaftswachstum und die Inflationsrate deutlich nach unten korrigiert und geht deshalb auch von einer langsameren Annäherung an das Inflationsziel von 2 Prozent aus. War dies tendenziell so erwartet worden, ließen neue langfristige Refinanzierungsgeschäfte die Renditen an den Rentenmärkten fallen. Auch der Euro notierte schwächer. Die Konjunktursorgen sind bei den Notenbanken jüngst gestiegen, obwohl die in dieser Woche veröffentlichten Konjunkturdaten keineswegs einheitlich ausgefallen sind. Positiv zu erwähnen sind hier insbesondere die Einkaufsmanagerindizes für das nicht-verarbeitende Gewerbe. Gegenüber der Industrie sieht es bei den Dienstleistern ordentlich aus.  

Nächste Abstimmungsrunde zum Brexit

Jetzt haben die britischen Parlamentarier es wieder einmal in der Hand, den Brexit termingerecht zum 29. März zu vollziehen. Dafür müssten sie am Dienstag dem ‚Deal‘ mit der EU zustimmen. Dies bleibt unwahrscheinlich, denn die Anpassungen am ‚Deal‘ seit der letzten Ablehnung waren eher kosmetischer Natur. Daher wird an den beiden folgenden Tagen wohl derart weiter abgestimmt, bis es vermutlich zu einer Verschiebung des Austrittstermins kommt. Die Unsicherheit für die Märkte zieht sich in die Länge, aber ein harter Brexit wird unwahrscheinlicher. Dennoch dürfte die aktuelle Konjunkturskepsis der Notenbanken die Börsen weiterhin beschäftigen.

01.03.2019 - Angespannte Ruhe

An den Finanzmärkten sind in diesen Wochen viele Bälle in der Luft. Alle wollen beobachtet werden, und so herrschte in den vergangenen Tagen angespannte Ruhe. Bundesanleihen legten in der Rendite etwas zu und die Bewegungen an den Aktienmärkten fielen leicht positiv aus. Die gemeldeten Stimmungsindikatoren boten ein gemischtes Bild mit teils leichten Rückgängen, aber auch einzelnen positiven Überraschungen. Ähnlich verhielt es sich bei den diversen politischen Themen. Das Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim ging aus wie das Hornberger Schießen. Im britischen Polittheater zum Brexit sieht es etwas besser aus. Nach Einlassungen von EU-Seite und den Abstimmungen in dieser Woche hat sich die Wahrscheinlichkeit für einen ungeordneten harten Brexit nennenswert verringert.  

Die EZB gibt ein Stimmungsbild ab

Am Donnerstag tagt der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) und befindet über die weitere Geldpolitik. Hierzu liegen ihm neue makroökonomische Projektionen vor. Abwärtsrevisionen beim erwarteten Wirtschaftswachstum sollten den Notenbankern genügen, um ihre Kommunikation dahingehend anzupassen, dass die Leitzinsen mindestens bis Ende des Jahres auf ihren derzeitigen Niveaus bleiben werden. Am Freitag richtet sich der Blick dann auf die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts. Bei soliden Beschäftigungszuwächsen könnte sich die Furcht vor einer Rezession – und damit auch die Anspannung an den Märkten – etwas legen.

22.02.2019 - Nicht zu früh freuen!

Das grundsätzlich freundliche Marktumfeld hielt auch in den vergangenen Tagen an. Bei den veröffentlichten Konjunkturdaten ist nach Monaten des Rückgangs vor allem bei den Stimmungsindikatoren – wohlwollend betrachtet – eine Art Bodenbildung erkennbar. So legte der Einkaufsmanagerindex für Deutschland leicht zu. Der ifo Geschäftsklimaindex hat hingegen noch einmal leicht nachgegeben. Dieses uneinheitliche Bild und die damit verbundenen verhaltenen Inflationsperspektiven lassen die Notenbanken zunächst etwas geduldiger agieren, was die weitere Normalisierung der Geldpolitik angeht. Dies nehmen die Akteure am Aktienmarkt positiv zur Kenntnis. Zu früh freuen sollte man sich indes nicht. Denn ob die Konjunktur tatsächlich allen Risiken standhält, ist final noch nicht geklärt. Es dürfte noch einmal etwas ruppiger an den Märkten werden.  

Neue Kapitel im Brexit-Krimi: Das britische Parlament tagt am Mittwoch

Die Berichtssaison ist in den USA so gut wie abgeschlossen und in Europa zumindest so weit vorangeschritten, dass das Bild deutlich erkennbar ist: Die Gewinne der Unternehmen übertreffen die Vorjahresniveaus zum Teil deutlich, aber die Perspektiven werden nach wie vor noch nach unten revidiert. Ob sich hier die Gewinnschätzungen stabilisieren, hängt auch von den politischen  Ereignissen ab. So wird am kommenden Mittwoch im britischen Parlament wieder zum Brexit diskutiert und über Anträge abgestimmt. Auch gilt es für die Märkte, die angekündigte Einigung zwischen den USA und China im Handelskonflikt zu bewerten.

15.02.2019 - Seitwärts – Stigma der Rezession vorerst gebannt

Die Aktienmärkte standen in den letzten Tagen ganz im Zeichen der Konjunkturnachrichten. So ging die Konsumnachfrage der privaten Haushalte in den USA im Dezember zurück. Allerdings sind es immer noch wenig Zahlen, die den verbreiteten Konjunkturängsten Nahrung geben. In Deutschland konzentrierte sich alles auf die Wachstumszahlen aus dem vierten Quartal 2018. Zwar fiel das Ergebnis mit einem Nullwachstum gegenüber dem Vorquartal mager aus, gleichwohl wurde immerhin das Stigma der Rezession – zwei negative Quartale in Folge – vermieden. Insgesamt fehlt es für dieses Jahr an einem klaren wirtschaftlichen Trend, weswegen es auch an den Märkten eher bei einer Seitwärtsbewegung bleiben sollte. Das gilt auch für die Zinsen, die fest an der Nulllinie kleben.  

Ifo Geschäftsklima im Blickpunkt

Die Konjunktur bestimmt auch die Ereignisse in der bevorstehenden Börsenwoche. Die Stimmung bei den europäischen Unternehmen hat sich schon seit einiger Zeit deutlich verschlechtert. Es gibt vorsichtige Anzeichen einer Bodenbildung bei den Euroland-Einkaufsmanagerindizes im Februar, aber für viel mehr dürfte es nicht reichen, denn die Unsicherheitsfaktoren für die europäische Wirtschaft sind nach wie vor zahlreich. Das trifft auch auf die deutschen Unternehmen zu, daher sollte das deutsche ifo Geschäftsklima im Februar nochmals leicht nachgeben. In den USA werden die Protokolle der jüngsten Notenbanksitzung hoffentlich darüber Aufschluss geben, warum die US-Notenbank ihre Kommunikation seit der letzten Zinserhöhung Mitte Dezember vergangenen Jahres so drastisch aufgeweicht hat, dass die Märkte jetzt sogar Zinssenkungen erwarten.  

08.02.2019 - Keine Entwarnung

Keine Entwarnung an den Aktienmärkten. Die anfänglich freundliche Entwicklung in den USA sowie in Europa in dieser Woche hielt nicht lange. Zu negativ waren die Meldungen aus der Konjunktur. In Deutschland steht es weiterhin Spitz auf Knopf, ob die Wirtschaft im vierten Quartal 2018 überhaupt gewachsen ist. Anderenfalls wäre es das zweite Quartal in Folge, in dem die Wirtschaft schrumpft, was eine technische Rezession bedeuten würde. Technisch deswegen, weil es Sonderfaktoren waren, die in Deutschland im vergangenen Jahr auf dem Wachstum lasteten. Ohne eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung und ohne Klarheit über den Ausgang des festgefahrenen Brexit-Verfahrens dürften alle Erholungsversuche an den Börsen wohl vergeblich bleiben.  

Trübe Aussichten beim Brexit

Die Stunde der Wahrheit für die deutsche Konjunktur schlägt in den nächsten Tagen, denn am Donnerstag wird das Statistische Bundesamt die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal veröffentlichen. Ob das Wachstum nun negativ sein wird oder nicht: es wird schwach ausfallen. Die belastenden Sonderfaktoren, etwa in der Automobilproduktion, dürften jedoch langsam auslaufen, so dass die deutsche Konjunktur danach wieder Fahrt aufnehmen sollte. In den vergangenen Wochen haben mehr und mehr Unternehmen über die Unsicherheiten beim Brexit geklagt. Mit einer Zustimmung im britischen Parlament zum vielleicht noch etwas verbesserten Deal könnte diese Unsicherheit beendet werden. Die Aussichten dafür sind jedoch so undurchsichtig wie der berühmte Londoner Nebel.  

01.02.2019 - Hammer aus den USA

Der Börsenhammer der Woche schlug in den USA zu. Die US-amerikanische Notenbank (Fed) verkündete eine Zinspause und ließ damit ihren Leitzins  unverändert. An den Aktienmärkten wurde dies bereits als Beendigung des gegenwärtigen Zinsstraffungskurses der Fed interpretiert. Entsprechend freundlich fiel die Kursreaktion an den US-Börsen aus. Hierzulande allerdings hielten sich die positiven Effekte in Grenzen. Obwohl auch die Europäische Zentralbank deutliche Signale in Richtung Verschiebung von Zinserhöhungen gegeben hat, belasten doch die dunklen konjunkturellen Regenwolken den Börsenhimmel. Die Stimmungsindikatoren in Euroland haben ihren Abwärtstrend noch nicht beendet. Für Deutschland deuten sie kaum noch einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung an. Die Unsicherheiten rund um den Brexit tragen da auch nicht zur Stimmungsverbesserung bei.
 
Erster Stimmungstest im Februar: Sentix-Finanzumfrage

Nach enttäuschenden Umfrageindikatoren in der Eurozone im Januar richtet sich in der kommenden der Blick auf den Februar. Die Sentix-Finanzmarktumfrage zu Konjunkturlage und -erwartungen für die Eurozone eröffnet den Reigen der monatlichen Erhebungen und ist somit der erste Stimmungstest des Monats. Verglichen mit der vergangenen Umfrage zeigen sich die Aktienmärkte in merklich besserer Verfassung. Da allerdings zuletzt die Konjunkturindikatoren deutlich enttäuschten und die Prognosen spürbar nach unten korrigiert wurden, sollten die Erwartungen dennoch weiter fallen. Die Lageeinschätzung dürfte allein schon aufgrund ihres immer noch hohen Werts weiter nachgeben, sodass in der Summe das Sentix-Konjunkturklima abermals sinkt.

25.01.2019 - Durchwachsene Konjunktur und niedrigere Zinsen

Obwohl die großen politischen Themen Brexit und Handelsstreit eine Auszeit nehmen, war es eine ereignisreiche Woche an den Kapitalmärkten. Die Konjunktur im Euroraum überraschte weiterhin mit Negativmeldungen. Die Umfragen zur Stimmung in der deutschen Industrie deuteten erstmals auf eine Stagnation, wenn nicht gar Schrumpfung hin. Ursache ist insbesondere die schlechte Lage im Automobilsektor. Die deutschen Autobauer haben sich immer noch nicht vom herbstlichen Produktionseinbruch im Zusammenhang mit den neuen Umweltstandards erholt. Daneben wird immer mehr deutlich, dass die Bestellungen für deutsche Industriegüter aus China schwächeln. Dass der Dax in dieser Börsenwoche trotzdem recht freundlich dreinblickte, lag an etwas anderem. Als Reaktion auf die schwachen Konjunktur- und Inflationsdaten sagte die Europäische Zentralbank ihre erste Zinserhöhung für dieses Jahr quasi ab. Das trieb Anleihe- und Aktienkurse nach oben.

Inflationsrückgang im Euroraum

Bedingt durch den Shutdown in den USA werden dort zurzeit nur wenige makroökonomische Daten veröffentlicht. Der Arbeitsmarktbericht für Januar ist hiervon jedoch nicht betroffen. In den Vereinigten Staaten gilt als beschäftigt, wer bezahlt wird oder arbeitet. Im Falle von 380.000 Staatsdienern ist dies durch den erzwungenen Stopp vieler Regierungsgeschäfte im vergangenen Monat nicht der Fall. Daher werden die Jobzahlen am Freitag deutlich nach unten verzerrt sein. Auch die US-Notenbank wird sich nach ihrem Zinsentscheid am Mittwoch schwertun, eine eindeutige Einschätzung zu geben. Und es gibt gute Nachrichten für die Verbraucher im Euroraum: Die Inflation wird wieder deutlich zurückgehen – auf einen Wert von knapp über einem Prozent.

18.01.2019 - Politische Lösungen gesucht

Politische Hängepartien, gegenseitige Schuldzuweisungen und Unklarheiten wo man nur hinschaut. Am Dienstag erlitt Premierministerin May eine laute Absage für ihren Deal eines geordneten Brexits. Aber schon am Folgetag erhielt sie das Vertrauen ihrer Partei als Regierungschefin geschenkt. Weiter so! Nur wie? Der Plan B soll in den nächsten Tagen präsentiert werden. Ein weiteres politisches Zerwürfnis sorgt in den USA dafür, dass die Behörden weiter geschlossen bleiben (Shutdown). Dass die Bevölkerung den Republikanern den Schwarzen Peter hierfür gibt, ficht Präsident Trump nicht an. Zurück in die EU: Ein mühevoll überstandenes Misstrauensvotum gegen den griechischen Regierungschef Tsipras hat den Finanzmärkten ebenfalls wenig Anlass gegeben, den guten Jahresstart unbekümmert fortzusetzen. Seitwärts ging es beim Deutschen Aktienindex und auch bei den Renditen von Bundesanleihen.  

US-Berichtsaison könnte Impulse für die Börse liefern

Impulse für die Börsen könnten in der nächsten Woche, neben den politischen Risiken, von den Berichten der US-Unternehmen ausgehen. Mit starken Zahlen wartete der Bankensektor auf. US-Konjunkturdaten sind durch den Shutdown Mangelware. Weil die Angestellten nicht entlohnt werden, gehen sie auch nicht zur Arbeit. So richtet sich der Blick auf die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts in China und das ifo Geschäftsklima in Deutschland. Mögliche Belastungen aus dem Handelskonflikt zwischen den USA und China werden beäugt, mögliche Rezessionssorgen dort hineininterpretiert. Ihre Sicht der Dinge wird uns die Europäische Zentralbank am Donnerstag mitteilen und für Aufmerksamkeit an den Märkten sorgen.

11.01.2019 - „Deal or No Deal“

Die Aktienmärkte starten erste Erholungsversuche. Nach fulminantem Beginn in der Vorwoche konnte sich der Dax um einige Prozent verbessern und das erhöhte Niveau halten – ohne allerdings zu einer kräftigen Erholungsrallye anzusetzen. Aber dies kann noch kommen, denn mittlerweile sind die Enttäuschungen der Konjunktur an den Aktienmärkten verarbeitet worden. Diese Enttäuschungen haben sich mit den jüngsten Daten fortgesetzt: Ein weiter zurückgehendes Wirtschaftsvertrauen von Unternehmen und Konsumenten im Euroraum und rückläufige Produktionszahlen aus dem gerade beendeten Kalenderjahr prägten das Bild. Die Konsequenz daraus: Wenn es ganz dumm läuft, dann muss Deutschland Ende Januar eine sogenannte technische Rezession melden. Rezession deswegen, weil das Wachstum zwei Quartale hintereinander im negativen Bereich lag, technisch, weil diese Rückgänge aus Sonderfaktoren wie den Produktionsverzerrungen im Automobilsektor herrührten und nicht von Dauer sind.

 Der bange Blick Richtung Großbritannien

„Deal or No Deal, das ist hier die Frage“ – so lautet das Motto einer spannenden neuen Börsenwoche. Das britische Parlament stimmt über den von der britischen Regierung mit der Europäischen Union ausgehandelten Austrittsvertrag ab. Dieser Vertrag legt lediglich die Bedingungen für die danach beginnenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen fest. Diese von der Regierung May ausgehandelten Bedingungen sind aber vielen Parlamentariern zu strikt. Eine Ablehnung ist daher sehr wahrscheinlich. Dann geht es in die erste Verlängerung mit weiteren Abstimmungen. Sollte bis Ende März keine Einigung erzielt werden, ist der harte Brexit automatisch da. Das würde vorübergehend an den Börsen deutliche Reaktionen hervorrufen.

04.01.2019 - Keine guten Vorsätze

Zumindest an der Börse hält sich die Einlösung guter Vorsätze für das neue Jahr zu Beginn [noch] in Grenzen. Die Kurse für Staatsanleihen schossen nach oben, das bedeutet allerdings nur, dass die Zinserwartungen aufgrund von Konjunkturängsten weiter nach unten gerichtet sind. An den Aktienmärkten waren die alten Probleme auch die neuen: Unternehmen berichten jetzt von den Auswirkungen der im vergangenen Jahr erlassenen Handelsbeschränkungen, die Konjunkturausblicke bleiben mit Unsicherheit behaftet und im Vereinigten Königreich wird weiterhin der harte Brexit geprobt. Dass hierüber keine rechte Stimmung aufkommen will, ist verständlich. Irgendwann wird auffallen, dass die Welt nun wiederum auch nicht so schwarz ist, wie sie jetzt gemalt wird. Wann die Buntstifte wieder ausgepackt werden ist allerdings noch nicht gewiss.

Stimmung im Euroraum taucht in den Normalbereich ein

Die bevorstehenden Wirtschaftsdaten dürften nicht dazu angezeigt sein, die gegenwärtige Negativspirale zu durchbrechen. Aus dem November 2018 gibt es deutsche Produktionsdaten, die wahrscheinlich einen Rückgang der hiesigen Leistung im produzierenden Gewerbe ausweisen werden. Das Economic Sentiment, ein Stimmungstest bei Verbrauchen und Unternehmen im Euroraum, dürfte im Dezember einen guten Teil der Abwärtsbewegung anderer Stimmungsindikatoren nachgeholt haben und in den Normalbereich eingetaucht sein. In den USA ist die Inflationsrate der Verbraucherpreise im Dezember 2018 – erstmals seit Sommer 2017 – unter das Inflationsziel der US- Notenbank in Höhe von 2,0 Prozent gerutscht.

28.12.2018 - Versöhnliches Jahresende? Fehlanzeige!

Eine solche Konstellation wie 2018 – mit Verlusten über fast alle Anlageklassen hinweg – hat es an den Finanzmärkten nur selten gegeben. Deutsche Aktien, gemessen am DAX, fielen im Jahresverlauf von rund 13.000 Punkten auf unter 10.400 Punkte. Unternehmensanleihen wiesen auch im hochverzinslichen Bereich ein Minus aus. Gold, Silber und Rohöl haben sich verbilligt. Lediglich mit Staatsanleihen war in diesem Jahr etwas Geld zu verdienen, insbesondere mit den guten alten deutschen Bundesanleihen. US-Präsident Trump hat es zum Jahresende wieder einmal geschafft, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen: Kurz vor Weihnachten ist die dritte US-Haushaltssperre in diesem Jahr in Kraft getreten, denn Trump knüpft seine Unterschrift unter den Überbrückungshaushalt an die Bedingung, dass fünf Milliarden US-Dollar für den Bau der Grenzmauer zu Mexiko bereitgestellt werden.  

Neues Jahr mit alten Themen

Die US-Haushaltssperre dürfte wohl über den Jahreswechsel hinaus anhalten. Die Einkaufsmanagerindizes in den weltgrößten Volkswirtschaften China und USA werden zum Jahreswechsel einen Einblick in die Unternehmensstimmung gewähren. Für eine Wende zum Besseren fehlen aber die Argumente. Denn altbekannte Themen begleiten uns nahtlos ins neue Jahr: Der Handelskonflikt ist trotz Atempause nicht gelöst. Den Brexit in geordnete Bahnen zu lenken, wird immer mehr zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Und schließlich werden die Notenbanken den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik weiter verfolgen. Für Anleger bauen sich allerdings gerade mit den Kurskorrekturen an Aktien- und Anleihemärkten neue Möglichkeiten auf.  

21.12.2018 - Kein Weihnachtsgeschenk von der Börse

An den Börsen wollte in der zurückliegenden Woche einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Vielmehr kamen auch noch die über das Jahr hinweg noch gut gelittenen US-Börsen unter die Räder. Die Nachrichten aus der Politik bleiben inkonsistent – seien es die Entscheidungen von US-Präsident Trump, seien es die finanzpolitischen Querelen zwischen Italien und der EU-Kommission, oder sei es die Brexit-Perspektive. Makroökonomisch gab es einen Hingucker mit der Sitzung der US-amerikanischen Notenbank Fed. Diese hat die Zinsen erwartungsgemäß angehoben, den moderaten konjunkturellen Ausblick weitgehend bestätigt und den weiteren Zinserhöhungspfad etwas flacher gezeichnet. Dies reichte den Märkten aber nicht. Sie hatten mit dem Ende der Zinserhöhungen geliebäugelt, also ging es auch aus diesem Grund südwärts auf dem Aktienparkett.  

Zwischen den Jahren sind keine Sternschnuppen in Sicht

Zwischen Weihnachten und Silvester stehen keine nennenswerten Ereignisse im Wirtschaftskalender. Zeit zur Besinnung und zum Durchschnaufen, mag man meinen. Wenn indes die amerikanischen Aktienmärkte noch etwas durchschnaufen im Sinne von nachgeben, dann könnte dieser Monat als schlechteste Dezember in die Börsengeschichte eingehen. Bisher erging es Aktionären in den USA nur im Jahr 1931 etwas schlechter. Kurzfristige Stimmungsaufheller von politischer Seite stehen nicht auf der Agenda. Immerhin ist die Bewertung für Aktien spürbar attraktiver geworden, auch wenn die Gewinnerwartungen nachgegeben haben.

14.12.2018 - Austritts-Chaos

Eine Woche im Brexit-Fieber. Eine verschobene Abstimmung in London und weiterhin Ratlosigkeit angesichts der eigentlich vorhersehbaren Schwierigkeiten, die Zollunion mit Irland und damit auch mit der Europäischen Union zu verlassen. Die Auswirkungen eines harten Brexits auf die  Finanzmärkte wären heftig, insbesondere im Vereinigten Königreich selbst. Trotz des Chaos bleibt ein harter Brexit weiterhin die am wenigsten wahrscheinliche Variante – nach einer Annahme des „Deals“ oder einer Verschiebung der Entscheidung. Gute Nachrichten, etwa die verbesserten Aussichten im Handelsstreit zwischen den USA und China, nehmen die Märkte gegenwärtig kaum auf. Wichtig war in dieser Woche auch der sich verdichtende Eindruck, dass die geldpolitische Wende kleiner und kürzer ausfällt als erwartet. Nach der US-Notenbank (Fed) kommunizierte auch die Europäische Zentralbank (EZB) eher vorsichtig über Konjunkturperspektiven und Möglichkeiten zu Zinserhöhungen.  

Stimmungstest bei hiesigen Geschäftsklima

In der neuen Woche steht mit dem ifo Geschäftsklimaindex ein Stimmungstest der deutschen Konjunktur bevor. Die Nachrichtenlage schwankt zwischen Sorge und Erleichterung. So waren zuletzt Meldungen von US-chinesischen Verhandlungen oder einem leichten Einlenken der italienischen Regierung im Haushaltsstreit geeignet, die Stimmung aufzuhellen. Doch gleichzeitig findet eine öffentlichkeitswirksame Abwärtsrevision von Konjunkturprognosen statt und der Brexit nimmt immer chaotischere Züge an. Vorweihnachtliche Freude will da nicht aufkommen. Schließlich wird die Fed sehr wahrscheinlich ihre vierte Leitzinserhöhung in diesem Jahr beschließen. Spannend wird der Ausblick, den sie damit verbindet.  

07.12.2018 - Öl ins Feuer

Die zurückliegenden Handelstage waren nichts für schwache Nerven. War der G20-Gipfel mit Blick auf die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China noch halbwegs konstruktiv ausgegangen, blieb das Aufatmen an den Börsen nur von sehr kurzer Dauer. Mit der Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei in Kanada auf Geheiß der USA, wird deutlich, dass die USA bereit sind, Öl ins Feuer zu gießen und den Konflikt mit China auf eine neue Ebene zu heben. Es sind die Sorgen vor einer Eskalation des Konflikts, die die Nervosität an den Märkten hoch halten. Auch der Ölpreis geriet unter Druck. Der Grund: Die OPEC konnte sich am Donnerstag nicht auf ein festes Kürzungsziel einigen. Die USA bringen mehr Angebot an den Ölmarkt. Ende November sind die Amerikaner zum ersten Mal seit 70 Jahren zu einem Öl-Nettoexporteur geworden, was den Ölpreis zusätzlich belastet.

 Blick richtet sich Richtung London und Brüssel

Vermutlich bietet die Europäische Zentralbank am bevorstehenden Donnerstag etwas Ruhe für die Märkte. Wenn sie bei den Stabsprojektionen allein energiepreisbedingt ihre Inflationsprognosen reduziert, ansonsten aber ihren hinreichend gelassenen Konjunkturausblick bestätigt, würde das schon guttun. Von anderen Stimmungsindikatoren wie Einkaufsmanagerindizes wird der Marktfokus indes in Richtung London und Brüssel gelenkt: Das britische Parlament soll bei aller Zerstrittenheit bezüglich des Brexits am Dienstag über das Austrittsabkommen abstimmen. Am Donnerstag dürfte die italienische Finanzpolitik ein sensibler Diskussionspunkt sein.

Podcast Deka Experten-Tipp

https://www.deka.de/globaldownload/de/deka-gruppe/podcast/2018-12-10_DekaBank_Expertentipp_salue.mp3

30.11.2018 - Hört, hört, die US-Notenbank hat gesprochen!

Die abgelaufene Woche bot tendenziell freundliche Aktienmärkte und geringere Renditen an den Rentenmärkten. In den vergangenen Monaten waren in der Regel politische Risiken – stichwortartig hier nur ein paar Beispiele: Handelskonflikt, Brexit und Italien – marktbewegend. Nun hat sich die US-amerikanische Notenbank, die Fed, einmal in den Vordergrund gerückt. Der Ton des Protokolls der letzten Sitzung knüpft an die Kommentare von Fed-Chef Jerome Powell vom Mittwoch an, wonach die Normalisierung der US-Geldpolitik die Leitzinsen schon recht nahe an das neutrale Zinsniveau gebracht hat. Dies wurde an den Märkten derart interpretiert, dass weniger Zinserhöhungen noch bevorstehen als bislang erwartet. Dazu passte ergänzend, dass auch im Geleit der gesunkenen Ölpreise die Inflationserwartungen an den Märkten zurückgegangen sind. Dies wurde an den Börsen wohlwollend aufgenommen.  

G20 Gipfel und OPEC-Treffen werfen ihre Schatten voraus

In den nächsten Tagen gibt es für die Finanzmärkte viel zu verarbeiten. Schon allein der G20-Gipfel wird speziell mit Blick auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China aufmerksam beäugt, ob der Eskalationszug beschleunigt oder etwas Fahrt rausnimmt. Aufmerksamkeit wird auch dem OPEC-Treffen am Donnerstag geschenkt werden, wenn Förderkürzungen beschlossen werden, um den Ölpreis zu stabilisieren. Durchaus gewichtige Konjunkturindikatoren von Einkaufsmanagerindizes bis hin zum US- Arbeitsmarktbericht dürften zu einem moderaten konjunkturellen Expansionstempo passen und auch deshalb an den Märkten vermutlich nicht so stark wahrgenommen werden.

Podcast Deka Experten-Tipp

https://www.deka.de/globaldownload/de/deka-gruppe/podcast/2018-12-03_DekaBank_Expertentipp_salue.mp3

 

23.11.2018 - Noch keine Entwarnung

Trotz der versöhnlichen Töne der Präsidenten der USA und Chinas mit Blick auf ihr Treffen beim G20-Gipfel in Buenos Aires herrscht am Markt weiterhin Skepsis, dass der Handelskonflikt entschärft werden kann. Aus Marktsicht könnte eine positive Überraschung auf diesem Feld der entscheidende Katalysator sein, um zum Jahresende hin noch eine anhaltende Stimmungsverbesserung an den Aktienmärkten auszulösen. Der starke Rückgang beim Rohölpreis geht weiter: Er ist auf einen neuen Tiefpunkt gefallen und liegt knapp 30 Prozent unter dem Stand von Anfang Oktober. Dies wird sich in den kommenden Monaten stark dämpfend auf die globale Inflation auswirken und damit die Zinserhöhungsängste an den Kapitalmärkten beruhigen. Steigende Besorgnis dagegen löst die staatliche Finanzlage in Italien aus, wo Auktionen von Staatsanleihen nur noch schleppend vorangehen.  

Die europäischen Frühindikatoren deuten eine deutliche Abkühlung der Stimmung im verarbeitenden Sektor an. Das gilt auch für China. Allerdings profitiert dort die Exportwirtschaft noch von vorgezogenen Bestellungen, um den befürchteten Zollerhöhungen in den USA zu Jahresbeginn zu entgehen. Die weiterhin solide Investitionstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe spricht auch dafür, dass die Geschäftsaussichten noch immer als solide eingeschätzt werden. Die Inflation im Euroraum dürfte im November nur geringfügig auf 2,1 Prozent zurückgegangen sein. Der gesunkene Ölpreis hat sich bei den Verbrauchern bislang zwar erst in geringem Ausmaß bemerkbar gemacht, mit weiteren Rückgängen bei Preisen für Benzin und Heizöl ist  jedoch zu rechnen.

16.11.2018 - Im Bann des Brexit

Der Brexit-Deal zwischen der britischen Regierung und der EU-Kommission bestimmte in dieser Woche die Schlagzeilen und den Kurs des Britischen Pfundes. Die Ereignisse zeigen, wie schwierig es für einen kleineren Partner ist, wirtschaftliche Interessen gegenüber einem mehrfach größeren Markt durchzusetzen. Wirtschaftliche Offenheit schränkt die eigene Souveränität ein, und zwar unabhängig von der Mitgliedschaft in einer Union – das ist die Lehre des bisherigen Brexit-Projekts. Neben der Abwertung des Pfundes tragen die unsicheren Perspektiven rund um den Brexit nicht gerade zur Risikobereitschaft bei. Zusammen mit dem ebenfalls unsicheren Konjunkturausblick führten sie zu weiteren Kursrückgängen  bei europäischen Aktien und vor allem Unternehmensanleihen. Darin spiegeln sich insbesondere die drohenden Belastungen für das europäische Bankensystem wider.  

Die Entwicklung in Euroland hat im dritten Quartal enttäuscht, wie der jüngst gemeldete Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts deutlich machte. In der kommenden Woche werden die Einkaufsmanagerindizes zeigen, wie es weitergeht mit der europäischen Konjunktur. Nach den Rückgängen in den Vormonaten ist mit einer Konsolidierung zu rechnen, insbesondere bei den Teilindizes für Dienstleister und Industrie. Die Konjunktureintrübung bildet sich mittlerweile ausreichend in den Stimmungsindikatoren wie in den Kursen ab. Daneben wird die kommende Woche selbstverständlich weiterhin unter dem Eindruck der Entwicklung im VereinigtenKönigreich stehen: Shakespeare hätte es nicht spannender gemacht.

09.11.2018 - Zögerliche Erholung

Investoren schätzen den Wahlausgang in den USA als positiv für Unternehmenswerte ein, wobei Technologieaktien in den USA verlorenes Terrain zurückgewinnen konnten. In Europa war die Kurserholung angesichts vielfältiger Risikofaktoren weitaus zäher. Hauptrisiko bleibt der steigende US-Zinstrend. Zwar beließ die Fed die Leitzinsen unverändert, aber die Erwartungen auf weitere Zinsschritte wurden bestätigt. In Italien geht die unheilvolle Entwicklung weiter: Die Eurogruppe fordert Rom auf, bis zum 13. November einen revidierten Haushaltsplan bei der EU-Kommission einzureichen. Sollte Italien an der aktuellen Politik festhalten, kann ab der ersten Dezemberhälfte ein Defizitverfahren gegen das Land eröffnet werden. Prekärer allerdings wird in den kommenden Monaten die Bereitschaft der Finanzmärkte sein, den enormen Finanzbedarf des italienischen Staates wie der Banken zu erfüllen.  

Deutsches Bruttoinlandsprodukt im Fokus

In der kommenden Woche steht Deutschland im Mittelpunkt der Datenveröffentlichungen. Die Steigerungsrate des Bruttoinlandsprodukts wird für das dritte Quartal einen Einbruch aufweisen. Die Gründe:  eine enttäuschende außenwirtschaftliche Nachfrage und Produktionsdrosselungen der deutschen Automobilindustrie. In den USA steht die Entwicklung der Inflation im Mittelpunkt. Die US-Verbraucherpreise dürften im Oktober relativ kräftig gegenüber dem Vormonat angestiegen sein. Knapp die Hälfte des Anstiegs beruht auf volatilen Energiepreisen, die aktuell schon wieder deutlich zurückgehen. Insgesamt werden die Daten bestätigen, dass die grundsätzliche Inflationsentwicklung im Zielbereich der amerikanischen Notenbank liegt.

02.11.2018 - Erholung an den Aktienmärkten

Nach den schmerzhaften Verlusten an den Aktienmärkten im Oktober setzte in dieser Woche die Erholung ein. Die Risikowahrnehmung ging zurück. Die Erholung der Aktienkurse basiert neben technischen Faktoren auf weiterhin guten Unternehmensberichten im dritten Quartal. Wirtschaftsdaten spielten hingegen eine eher geringe Rolle. Einige Frühindikatoren bestätigten die begonnene langsame und moderate Abkühlung der Konjunktur, ohne dass dabei mit stärkeren Einbrüchen bei der Wirtschaftsaktivität zu rechnen ist. Auch der Ölpreis gab weiter nach. Die Notenbanken bekundeten erneut, von ihren angekündigten Maßnahmenpfaden nicht abweichen zu wollen. Auch die Risiken um die italienischen Staatsfinanzen kümmerten in dieser Woche wenig, selbst wenn nach dem Nullwachstum im dritten Quartal die Wachstumsziele im kommenden Jahr kaum mehr erreichbar erscheinen.  

US-Kongresswahlen beeinflussen Handelspolitik wenig

Die positive Reaktion der Aktienmärkte auf den Kommentar von US-Präsident Trump, dass er eine Übereinkunft im Handelskonflikt mit China anstrebe, unterstreicht die hohe Bedeutung des Treffens zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi beim G20-Gipfel in Buenos Aires Ende November. Auch wenn ein schneller Vertragsabschluss illusorisch erscheint, würde der Beginn von Verhandlungen im Markt zumindest die Sorgen vor einer Verschärfung der Handelssanktionen und den damit verbundenen Konjunkturrisiken dämpfen. Die in der kommenden Woche anstehende Kongresswahl in den USA wird die Handelspolitik des Präsidenten wenig beeinflussen, denn selbst wenn die Demokraten die Mehrheit erobern, kann Trump in Handelsfragen weitgehend autonom entscheiden.

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26.10.2018 - Konjunktursorgen lasten auf den Aktienmärkten

Der Oktober macht seinem Image an den Aktienmärkten alle Ehre. Auch in der zweiten Hälfte setzten sich die Kursverluste international fort. Die Renditen gaben leicht nach, der US-Dollar tendierte fester. Hinter diesen Bewegungen stecken Unsicherheiten um den Fortgang der Konjunktur. Das ist nach einem fast ein Jahrzehnt andauernden Aufschwung in den USA und in Europa nichts Ungewöhnliches und war eigentlich auch erwartet worden. In einer solchen Lage wirken sich jedoch politische Unsicherheiten wie Handelsstreit, Brexit oder Italien doppelt negativ aus. Die Diskussion um die Konjunktur wird anhalten, allerdings sind die Aussichten für das kommende Jahr weiterhin solide. Auch das Verhalten der Notenbanken wird jetzt aufmerksam beobachtet. Anders als früher hat aber die US-Fed bereits signalisiert, dass die Stabilisierung der Aktienmärkte nicht zu ihren Aufgaben zählt.

Gerade in unsicheren Phasen können Wirtschaftsdaten an den Aktienmärkten besonders wichtig werden. Hier liegt in der kommenden Woche das Augenmerk insbesondere auf den US-amerikanischen Arbeitsmarktzahlen, die als zuverlässiger Gradmesser für die US-Konjunktur gelten. Eine negative Überraschung würde den Konjunkturpessimisten neue Nahrung verleihen. Auf der anderen Seite arbeitet die US-Wirtschaft immer noch unter Hockdruck, wie die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal bestätigt hat. Insgesamt hat der Aktienmarkt jetzt bereits viel, vielleicht zu viel an Risiken eingepreist.

19.10.2018 - Märkte mit italienischen Kopfschmerzen

Die Liste der politischen Risiken bleibt lang, und so konnten sich die Finanzmärkte in den vergangenen Tagen am ergebnisarmen EU-Gipfel zum Brexit oder auch an Saudi-Arabien abarbeiten. In den Vordergrund drängt sich aus Marktsicht freilich Italien, genauer der ausgabenfreudige Haushaltsentwurf, den die Regierung der EU-Kommission vorgelegt hat. Erste Reaktionen aus Brüssel deuten darauf hin, dass der Haushaltsplan mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückgewiesen wird. Da die EU-Kommission diesmal offensichtlich kein „Auge zudrücken“ wird, belastet der politische Konflikt die Marktstimmung. Auch wenn am Ende die steigenden italienischen Finanzierungskosten die Regierung dazu bewegen dürften, Anpassungen am Haushalt vorzunehmen, fiel die Erholung der Aktienmärkte nach der deutlichen Korrektur Anfang Oktober bislang sehr verhalten aus.   

Zwischen Anspannung und Gelassenheit

In der anstehenden Woche werden wir sehen, ob und welche Spuren die politischen Risiken bei der Konjunktur hinterlassen. Die Einkaufsmanagerindizes und vor allem das ifo Geschäftsklima werden veröffentlicht. Die Rückgänge der Indikatoren in den vergangenen Monaten hatten mit schon mehr Realismus bei der Unternehmensstimmung einziehen lassen. Weitere Rückgänge müssen vom Markt erst einmal verdaut werden. Die Europäische Zentralbank wird sich am Donnerstag mit ihrer Politik und den Perspektiven für die Inflation wohl gelassen zeigen. Wenn am Wochenschluss dann noch ordentliches Wachstum aus den USA vermeldet wird, dürfte dies die Konjunktursorgen etwas dämpfen.

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12.10.2018 - Korrekturwelle aus Amerika

In der zweiten Oktoberwoche sind die weltweiten Aktienmärkte in Bewegung gekommen, dieses Mal ging es nach unten. Der US-amerikanische S&P-Index verlor teilweise mehr als 6 Prozent, der europäische Eurostoxx mehr als 4 Prozent, der Dax ebenfalls. Die Bewegung ging von den Vereinigten Staaten aus und hatte keinen erkennbaren Anlass. Trotz des Rückwärtsgangs liegen die Kurse in den USA seit Jahresbeginn immer noch mit einem Plus von etwa 2 Prozent vorn. Der US-Dollar tendierte etwas schwächer, was gegen eine gesteigerte Risikowahrnehmung mit  Flucht in die sicheren Häfen spricht. Die Anleihemärkte reagierten mit einem Rückgang der Renditen in einem in den letzten Wochen deutlich ansteigenden Trend. Es gab keine Ansteckungseffekte in Richtung Schwellenländer. Die Tatsache, dass der IWF seine Konjunkturprognose für die Weltwirtschaft um zwei Zehntel heruntergenommen und die weltweite Verschuldung als zu hoch bezeichnet hat, war keine Neuigkeit und  war insofern nicht der Grund für die Kursbewegungen. Die fundamentale Umgebung der Finanzmärkte bleibt unverändert: Weder gibt es neue Informationen zur Konjunktur noch zur Politik der Notenbanken, die ihren seit langem angekündigten geldpolitischen Pfad planmäßig beschreiten.  

Wirtschaftliche Verfassung besser als die aktuelle Stimmung

Größere Konjunkturdaten stehen in der kommenden Woche nicht an. In bewegteren Zeiten an den Aktienbörsen können jedoch alle Arten von Daten vorübergehend marktbewegend wirken. In der kommenden Woche wird das chinesische Bruttoinlandsprodukt erwartet. Obwohl viele Indikatoren auf eine Abschwächung auch in China hinweisen, werden die Zahlen dies nicht widerspiegeln. Insgesamt ist die fundamentale Lage allerdings nicht so schlecht, wie es die Stimmung nahelegt. Ob es ein freundliches Jahresende an den Märkten gibt, hängt auch vom Ausblick der Unternehmen in der Quartalsberichterstattung an, die gerade begonnen hat. Schließlich werden auch die politischen Themen, wie der Haushaltsstreit in Italien oder die Handelskonfrontation mit China immer wieder Schlagzeilen liefern, die ihre Spuren in den Kursverläufen zeigen.

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05.10.2018 - Politik treibt Märkte vor sich her

Einmal mehr waren die Märkte in dieser Woche Spielball der Politik. Insbesondere der Haushaltsstreit mit Italien belastete die Stimmung. Nachdem die EU- Kommission klar gemacht hatte, dass sie den italienischen Haushaltsentwurf in der vorliegenden Form ablehnen würde, sprach Regierungschef Di Maio von „Marktterrorismus“, der von der EU geschürt würde. Ein Berater der rechtspopulistischen Lega spekulierte gar über eine eigene Währung. Doch schon einen Tag später schien Rom um Deeskalation bemüht und brachte eine verringerte Defizitprognose ins Spiel. Erfreulich war aus Marktsicht die Einigung der USA mit Kanada und Mexiko auf eine NAFTA-Reform. Auch die US-Konjunktur läuft weiter prächtig. Vom Arbeitsmarkt kamen starke Signale, und entsprechend schätzte US- Notenbankchef Powell die Entwicklung der Konjunktur als „bemerkenswert positiv“ ein, was die Anleihemärkte mit merklichen Renditeanstiegen quittierten.

IWF-Tagung wartet mit aktualisierten Konjunktur- Prognosen auf

In der kommenden Woche müssen die Märkte die Wahlergebnisse aus Brasilien einordnen. Dort macht sich der rechtspopulistische Kandidat Bolsonaro Hoffnungen, in die zweite Runde der Präsidentschaftswahl zu ziehen und Präsident Temer abzulösen. Interessant wird auch die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds in Indonesien ab Montag werden. Dabei werden die aktualisierten Konjunkturprognosen für die Weltwirtschaft veröffentlicht. Bei den Gesprächen zwischen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Notenbanken dürften die Handelsstreitigkeiten eine wichtige Rolle spielen.

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28.09.2018 - Zinsen steigen – zumindest in den USA

In den Vereinigten Staaten steigen die Zinsen. Die Notenbank Fed hob wie erwartet die Zinssätze um einen Viertelprozentpunkt auf 2,25 Prozent und zog damit die finanziellen Umfeldbedingungen für die US-Volkswirtschaft weiter an. Doch damit wahrscheinlich noch nicht genug für 2018: Der Markt taxiert die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Zinsschritts im Dezember auf etwa 80 Prozent. Auch im kommenden Jahr wird die Fed die Zinsen weiter anheben. Darauf müssen sich die Akteure erst noch einstellen, denn viele waren von dauerhaft niedrigen Zinsen ausgegangen. In Europa kam keine Euphorie über die Finanzpläne der neuen italienischen Regierung auf. Ein klar über 2 Prozent liegendes Haushaltsdefizit anzustreben, und das für die nächsten Jahre, ließ Befürchtungen vor neuen Querelen an den europäischen Finanzmärkten aufkommen. Zusätzlich verhagelte der weiter steigende Ölpreis den Börsianern etwas die Laune. Die Inflationserwartungen dürften energiebedingt leicht nach oben revidiert werden.

In der kommenden Woche dürfte sich der Aktienmarkt mit weiter abkühlenden Konjunkturdaten aus Europa herumschlagen. Der Einkaufsmanagerindex als konjunktureller Frühindikator könnte für Italien sogar unter die wichtige 50-Punkte-Marke fallen. In den USA dürfte der Arbeitsmarktbericht für September unterstreichen, dass sich die Wirtschaft weiterhin auf einem kräftigen Wachstumspfad befindet. Seit Beginn des Jahres wurden dort durchschnittlich gut 200.000 Stellen pro Monat geschaffen. Mit ähnlicher Dynamik kann man auch für den September rechnen, und das trotz der Flutkatastrophe durch Hurrican Florence. Mit größerer Spannung beobachten Marktteilnehmer die Lohndaten. Im Schnitt dürften die Stundenlöhne um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat überdurchschnittlich ansteigen.

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21.09.2018 - Feierlaune an den Börsen?

Man soll Feste feiern wie sie fallen, sagt der Volksmund. Unmittelbar nach dem zehnten „Geburtstag“ der Lehman-Pleite erreichten der S&P 500 sowie der Dow Jones neue Höchststände. Da mussten wohl einige Investoren den amerikanischen Märkten hinterhergelaufen und eingestiegen sein, wo doch Aktienrückkäufe die US-Börsen ohnehin seit Monaten treiben. Trotz der Zollentscheidungen der US-Regierung kann die dortige Konjunktur mit soliden Daten aufwarten. Die amerikanische Notenbank ist in ihrem Zinserhöhungszyklus schon sehr weit vorangeschritten, und die Unternehmen überstehen dies offenbar recht gut. Dies ist generell ein positives Signal für die Finanzmärkte, nicht nur in den USA. Und es ist auch ein Hinweis darauf, dass bei fortgesetzter globaler Expansion die anderen Notenbanken tatsächlich den Weg der geldpolitischen Normalisierung gehen können und werden.

Über die Stimmung in Europa werden wir in der kommenden Woche durch verschiedene Indikatoren informiert. Schon am Montag darf man gespannt sein, ob der ifo Geschäftsklimaindex den überraschenden jüngsten Anstieg bestätigen kann. Der Euro festigt sich ein wenig, und die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China belasten die Märkte weiterhin. Da der Ölpreis auf hohem Niveau bleibt, wird die Inflationsrate in der Eurozone im September wohl zunächst bei über 2 Prozent verharren. Dies setzt die Europäische Zentralbank nicht spontan unter Druck, wird aber dennoch ein Hingucker für die Finanzmärkte sein.

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14.09.2018 - Durchatmen in bewegten Zeiten

Entspannung an den Finanzmärkten. Eine konstruktive Pause bei den Zollverhandlungen zwischen den USA und China, gute Wirtschaftsdaten und keine weitere Zuspitzung der angespannten finanziellen Lage einiger Schwellenländer haben die Märkte durchatmen lassen. Aus Italien kamen gemischte Zeichen für den anstehenden Haushaltsentwurf, allerdings bemüht sich die Regierung darum, den finanzpolitischen Rahmen so gut es geht einzuhalten. Selbst bei den lange Zeit festgefahrenen Brexit-Verhandlungen machen Beobachter zarte weiße Wölkchen aus. Ein harter Brexit kann vermieden werden, wenngleich die Austrittsvereinbarung viele strittige Punkte offen lassen könnte. Doch summa summarum wurden einige angespannte Marktsegmente wie die Schwellenländerwährungen, italienische Staatsanleihen oder auch der breite Aktienmarkt in Europa etwas entlastet.

Dennoch bleibt das weltwirtschaftliche Umfeld sehr unruhig. Beruhigungen bei den Risikothemen können schnell wieder neuen Stressphasen weichen, die hakenschlagende Verhandlungsführung der US-Regierung in Handelsfragen ist hierfür nur ein Beispiel. Von harten wirtschaftlichen Daten werden in der neuen Woche kaum Impulse ausgehen. In Europa werden die die Einkaufsmanagerindizes für den September keine Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität im dritten Quartal 2018 andeuten. Bereits im ersten Halbjahr hatte die Wirtschaft in Euroland an Dynamik verloren. Allerdings lassen die jüngsten gemäßigten Töne aus Italien zur geplanten Haushaltsentwicklung und die zunächst stabilisierte Lage in der Türkei auch keinen spürbaren Rückgang der Einkaufsmanagerindizes erwarten.

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07.09.2018 - Darf’s ein bisschen weniger sein?

Schritt für Schritt ging es in den vergangenen Tagen an den Aktienmärkten abwärts – auch in den Vereinigten Staaten, wenngleich dort etwas langsamer als hierzulande. Die Gründe für die Schwäche sind nicht neu: die Drohung aus den USA, den Handelskonflikt mit China weiter eskalieren zu lassen, und die schwelende Währungskrise in Schwellenländern wie Türkei, Argentinien oder Südafrika. Neu ist lediglich, dass sich die Märkte nach Abschluss der insgesamt positiv verlaufenen Quartalsberichtssaison wieder stärker auf die Krisengeschichten konzentrieren. Da wird schnell mal zumindest für eine Weile vergessen, dass der globale Aufschwung weiterhin stabil ist, insbesondere dank des starken US-Wachstums. Vergleichsweise ruhig ging es zuletzt bei den 10-jährigen Bund-Renditen und bei Gold zu, wo sich die Kurse weitgehend seitwärts bewegten.

 Selbst wenn es wohl zu keiner ausgewachsenen Schwellenländer-Krise kommen wird, dürften die Sorgen hier in der näheren Zukunft kaum geringer werden. Denn das Umfeld steigender Zinsen in den Industrieländern belastet, und zwar insbesondere die Länder mit hohen Leistungsbilanzdefiziten und Auslandsschulden. In der kommenden Woche wird die Europäische Zentralbank wohl am Donnerstag im Zuge ihres Zinsentscheids eine weitere Reduktion ihrer monatlichen Wertpapierkäufe beschließen und damit ihren Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik fortsetzen. Nicht minder interessant wird die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten, bei denen wir die Bestätigung eines moderat aufwärtsgerichteten Trends erwarten.

31.08.2018 - Trump macht die Börse

Licht und Schatten an den Aktienbörsen weltweit: Die Rekordjagd der US-Aktien ging in dieser Woche weiter und wurde von Fortschritten bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und Mexiko sowie Kanada unterstützt. Gegen Ende der Woche dann ein „typischer Trump“: In einem Interview deutete er an, dass er in der kommenden Woche beschließen werde, chinesische Exporte in Höhe von 200 Mrd. USD mit Zöllen zu belegen. Dies ließ die Risikowahrnehmung an den Finanzmärkten wieder deutlich ansteigen. Gleiches galt für seine Reaktion auf den Vorschlag der EU, Zölle auf Autos generell abzuschaffen, den er als „nicht gut genug“ bezeichnete. Die Folge: Die Rendite 10-jähriger Bunds prallte deutlich an der Marke von 0,40 % ab, Schwellenländer-Anlagen, Anleihen aus europäischen Peripheriestaaten und Rohstoffe verloren deutlich. Europäische Aktien gaben ihre Wochengewinne wieder ab.

 Insbesondere die Lage in einigen Schwellenländern beunruhigt die Marktteilnehmer. Die Türkei und Argentinien werden mehr und mehr als Spitze eines Eisbergs wahrgenommen. Auch zahlreiche andere Schwellenländer haben Probleme mit steigenden Zinsen und sinkenden Wechselkursen. In der kommenden Woche stehen Daten aus den USA im Fokus: Im August dürfte der Einkaufsmanagerindex ISM für das verarbeitende Gewerbe nach einem Rücksetzer im Juli wieder etwas ansteigen. Für den US-Arbeitsmarkt deuten die Frühindikatoren zwar auf einen etwas schwächeren Beschäftigungsaufbau hin. Gleichwohl dürfte dieser hinreichend hoch sein, um einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenquote zu erreichen.

24.08.2018 - Atempause an den Börsen

Für die Finanzmärkte war es eine ruhige Woche inmitten des politischen Getöses. Die türkischen Märkte waren feiertagsbedingt geschlossen, im Handelsstreit zwischen den USA und China gab es Verhandlungen hinter verschlossenen Türen, und das gab dem DAX Gelegenheit zu einer leichten Kurserholung. Unterstützend wirkte sich aus, dass die Einkaufmanagerindizes für die großen europäischen Länder in dieser Woche nach den Verlusten der Vormonate wieder angestiegen sind und damit auf eine Fortsetzung der guten Konjunktur auch bei eingetrübtem Handelsklima hindeuteten. Vor dem Hintergrund guter Konjunkturzahlen holte auch der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder etwas auf. Hier kam hinzu, dass der US-Präsident ziemlich offen die eigene Notenbank wegen steigender Leitzinsen kritisierte. Da der Präsident die Geldpolitik jedoch wohl kaum beeinflussen können wird, sollte sich dieser Effekt als kurzlebig erweisen.  

Absehbar: Abbröckelnde Inflationszahlen

In den kommenden Tagen dürften die alten Themen auf die finanzielle Agenda zurückkommen. Die Währungskrise in der Türkei ist alles andere als gelöst. Und die Diskussion um weitere Strafzölle dürfte weitergehen. Unterdessen darf auch die Entwicklung von Wirtschaft und Inflation nicht aus den Augen gelassen werden. Der Ifo-Geschäftsklimaindex  sollte die wieder aufgehellten Konjunkturperspektiven durch einen leichten Wiederanstieg bestätigen. Schließlich wird Ende der Woche die Veröffentlichung der neuesten Inflationsraten einen Preisanstieg von knapp über zwei Prozent ausweisen. Dies reicht allerdings noch nicht aus, um auch in Europa höhere Zinsen hervorzurufen. Ein Abbröckeln der Inflationszahlen in den kommenden Monaten ist jetzt bereits absehbar.

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17.08.2018 - Türkische Woche

Die wirtschaftliche und politische Entwicklung in der Türkei hielt die Märkte in dieser Woche in Atem. Die erneute Stärke des US-Dollars setzt die Finanzsysteme vieler Schwellenländer unter Druck, und zwar umso mehr, je höher deren Verschuldung in harter Währung ist und je mehr ein Land mit eigenen Zinserhöhungen gegensteuern muss. Von der Türkei gingen hauptsächlich Signale aus, dass man sich der Logik der Finanzmärkte nicht anschließen wolle. Die eingeleiteten Stabilisierungsmaßnahmen werden an den Märkten als nicht nachhaltig angesehen. Als Handelspartner für Europa ist die Türkei mit einem Anteil an den Exporten von knapp 3 Prozent nicht sehr groß, und für das europäische Finanzsystem sind die Risiken verkraftbar. Diese Haltung setzte sich zum Ende der Woche durch und führte zu Kurserholungen an den Aktienmärkten, unterstützt durch positive Zeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China.

 

Jackson Hole – Notenbank Symposium in den USA

Zunehmend rückt die finanzpolitische Lage in Italien in den Fokus der Märkte. Sollte der Haushaltsplan, zusätzlich getrieben von den tragischen Ereignissen in Genua, gravierend von den Regeln der Währungsunion abweichen, drohen heftige Reaktionen an den Anleihemärkten mit Ausstrahlungen auf Aktien. In der  kommenden Woche geben die Einkaufsmanagerindizes Auskunft über die aktuelle Konjunkturentwicklung. In der zweiten Wochenhälfte findet in Jackson Hole (USA) unter Beteiligung der amerikanischen Notenbank (Fed) die wichtigste geldpolitische Notenbankentagung des Jahres statt. Grundlegende Neuausrichtungen zu den US-Zinsen sind allerdings nicht zu erwarten.

10.08.2018 - Aktienkurse trotz solider Unternehmensgewinne im Minus

Zwar hat die gerade abgelaufene Berichtssaison den Unternehmen solide Gewinnentwicklungen bescheinigt, was zur Wochenmitte für eine freundlichere Börsenstimmung sorgte. Doch wie das ganze Jahr über hat der politische Gegenwind die Aktien wieder ausgebremst. Neben weltweiten Handelsstreitigkeiten und geopolitischen Konflikten macht insbesondere die Währungskrise der Türkei Sorgen. Die türkische Lira ist gegenüber dem US-Dollar auf ein historisches Tief gefallen. Anders die USA: Zwar leidet auch die US-Wirtschaft unter den politischen Querelen, aber hier haben deutliche Steuersenkungen für eine binnenwirtschaftliche Euphorie und steigende Aktienkurse gesorgt. Doch auch dort wird sich die Stimmung eintrüben, sobald die Impulse der Steuerreform nachlassen, was im kommenden Jahr der Fall sein wird.

 

Dienstag: BIP-Zahlen für das zweite Quartal 2018

Die Turbulenzen um die türkische Lira sowie die Sorgen über die Währungen anderer Schwellenländer werden  weiterhin auf den Börsen lasten. Der Handelsstreit mit den USA schwelt weiter. Und im Euroraum ist neuer Streit vorprogrammiert, wenn die neue italienische Regierung ihren Haushaltsentwurf vorlegt und dabei mehr oder weniger vorsätzlich die Defizitregeln bricht. Wie robust sich die Wirtschaft gegen die politischen Dauerrisiken verhält, wird sich in der kommenden Woche auch zeigen, wenn das deutsche Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal veröffentlicht wird. Die konjunkturellen Frühindikatoren der vergangenen Monate waren sehr uneinheitlich, was die neuen Zahlen  sehr spannend macht.

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